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31 Januar 2017 | 10:30 von mn

"Stadtwerke praktizieren Sektorkopplung schon"

Katherina Reiche ist Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU)., Bild: (c) VKU
Bild: (c) VKU
Katherina Reiche ist Hauptgeschäftsführerin des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU).
Für die Umsetzung der Energiewende seien Stadtwerke so gut prädestiniert, wie sonst niemand, sagt VKU-Hauptgeschäftsführerin Reiche in einem "Welt"-Interview.

Die CO2-Reduktion werde verstärkt andere Sektoren erfassen. Viele befänden sich in kommunaler Hand, betont die Chefin des Verbands kommunaler Unternehmen und nennt hier die Wärmenetze, die Kraft-Wärme-Kopplung, die öffentlichen Gebäude oder den öffentlichen Personennahverkehr. "Wenn im Rahmen der sogenannten Sektorkopplung auch der Wärmebereich grüner werden soll, dann sind gerade die Stadtwerke dafür bestens aufgestellt", so Katherina Reiche im Welt-Interview.

ÜNB streben nach mehr Einfluss


Angesichts der Tatsache, dass die Energiewende zunehmend dezentral umgesetzt werde – in den Verteilnetzen müssten bis zum Jahr 2030 rund 140 GW erneuerbare Energien aufgenommen werden, auf der Ebene der vier großen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) lediglich 17 GW – sei das von den ÜNB vorgeschlagene zentrale Konzept nicht die richtige Lösung. Reiche nimmt wahr, dass die ÜNB nach immer mehr Einfluss auf den Verteilnetzebenen streben – "nicht zuletzt um den Wegfall der Großkraftwerke in ihren Netzen zu kompensieren". Einige sprächen schon von einem neuen Oligopol auf dem Energiemarkt, das zukünftig über die alleinige Datenhoheit und die Infrastruktur verfüge, so die VKU-Chefin.

Daten müssen sofort verfügbar sein


Exemplarisch macht Reiche dies am Smart-Meter-Rollout fest. Nach dem neuen Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende gehen diese Daten zuerst an die ÜNB. Für die Netzstabilität vor Ort seien aber die Stadtwerke und Regionalversorger zuständig, so Reiche. Daher sei es wichtig, dass diese die Daten sofort zur Verfügung haben, um in ihren Netzen auch sofort steuern zu können.

Musik spielt im Verteilnetz


"Im Verteilnetz spielt zukünftig die Musik zur Steuerung der Systeme", bringt es die VKU-Chefin auf den Punkt. Auf der anderen Seite würde die "sehr viel größere Verantwortung und Last" der Verteilnetzbetreiber bislang nicht entsprechend honoriert. "Es ist fraglich, ob die Energiewende auf dieser Basis erfolgreich umgesetzt werden kann", so Reiche. (mn)

 

 

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