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27 Januar 2016 | 13:45

Eventgenaue Abrechnung möglich

Ubitricity präsentiert das Modell eines mobilen Stromzählers.

Das Berliner Unternehmen Ubitricity hat eine komplette White-Label-Mobilstrom Lösung für Stadtwerke entwickelt. Sie wird bei der kommenden E-World präsentiert. Im Prinzip kann die Lösung als kostengünstige Alternative zu Ladesäulen gesehen werden.

Nach derzeitigem Stand ist eine Amortisierung von Ladesäulen sehr schwierig, da es an der Frequenz der Nutzer fehlt. Die Kosten von etwa 10 000 Euro sollten aber zu einem Zeitpunkt wieder erwirtschaftet werden. Ubitricity hat nun eine mobile Zählerlösung entwickelt. In dem etwa 600 Euro teurem Ladekabel ist ein Kästchen mit Smart Meter integriert. Als weiterer Baustein benötigt der Nutzer noch eine Anschlussbox im Wert von etwa 400 Euro.

"Mit dieser Lösung haben wir vor allem das Abrechnungsproblem gelöst", erklärte Dr. Niklas Schirmer, Manager bei Ubitricity. Schließlich werden die meisten Ladevorgänge zu Hause oder am Arbeitsplatz erledigt. Wird nun das E-Fahrzeug beim Arbeitgeber aufgetankt, gab es immer wieder Abrechnungsprobleme. Sollte der Arbeitgeber den Strom herschenken? Mit dem Ladekabel wird nun "eventgenau" die Strommenge detektiert und automatisch über IT-Verbindung im Ubitricity Backoffice abgerechnet.

Mit diesem Instrument können auch Flottenfahrzeuge bequem zu Hause betankt werden. Da das Kabel mit einem Typ-2-Stecker (Mennekes) ausgestattet ist, kann das Kabel auch ohne Probleme an eine Ladesäule der Verbünde Hubject oder Ladenetz.de angeschlossen werden. Das Ubitricity Backoffice ist automatisch verbunden; die Abrechnung erfolgt automatisch. "Auch die Netzentgeltabrechnung erfolgt voll automatisch" erklärte Schirmer für das Laden in fremden Netzen.

Die Integration des Systems in Stadtwerke ist sehr einfach, erklärte Schirmer. Schließlich handelt es sich um eine einfache Schnittstelle, das SAP-System muss nicht verändert werden.

Sehr begeistert von der Lösung ist Reiner Timmreck, Geschäftsführer der Stadtwerke Iserlohn. Er hat bereits etwa 20 Mobilstrom-Lösungen in seinem Netzgebiet im Einsatz. "Das Spannende aus Sicht eines Stadtwerkes ist nun, dass unsere Kunden jetzt den Strom in andere Netze mitbekommen." Das habe es bisher noch nicht gegeben. Zudem sei mit den bisherigen Zählerregime eine eventbasierte Abrechnung nicht möglich gewesen. Im Prinzip sei diese Technologie ein Quantensprung. Es geht jetzt nicht mehr um die Bewirtschaftung von Ladesäulen, sondern vielmehr um die Bewirtschaftung von Auto und Speicher.

Für die Zukunft kann das intelligente Kabel in das Fahrzeug integriert werden. "Doch da sind die deutschen Hersteller noch nicht so weit", so Schirmer. Eine ähnliche Entwicklung wie bei Navigationsgeräten, die es zuerst als separates Kästchen gab, bevor sie die Hersteller miteinbauten. (al)

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