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11 Juli 2017 | 11:00

"Gasinfrastruktur als Nukleus der Energiewende"

"Wir haben substantielle Schritte nach vorn gemacht": Vorstandsvorsitzender
Ulf Heitmüller ist zuversichtlich, dass die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) schon bald die Früchte ihres Restrukturierungsprogramms einfahren kann., Bild: © VNG
Bild: © VNG
"Wir haben substantielle Schritte nach vorn gemacht": Vorstandsvorsitzender Ulf Heitmüller ist zuversichtlich, dass die Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG) schon bald die Früchte ihres Restrukturierungsprogramms einfahren kann.
Verbundnetz Gas sieht gute Chancen, vom Trend hin zu regenerativen Gasen zu profitieren. Auch Vertriebskooperationen mit EnBW sind denkbar.

Erdgas wird im deutschen Energiemix in den nächsten zehn Jahren nichts von seiner aktuellen Bedeutung verlieren. Davon zeigt sich Ulf Heitmüller, der Vorstandsvorsitzende der Leipziger Verbundnetz Gas AG (VNG), in einem heute veröffentlichten Interview mit der "Leipziger Volkszeitung" überzeugt. Wenn die Dekarbonisierung dann wirklich greife, stünden die Chancen gut, "dass sich die Gasinfrastruktur zum Nukleus der Energiewende entwickle", so der Chef des mit 7,2 Milliarden Euro umsatzstärksten ostdeutschen Unternehmens.

Teilnahme an diversen Forschungsprojekten zu Wasserstoff und Biomethan

Die Gasspeicher in Deutschland hätten eine Kapazität von 234 Terawattstunden, das Erdgasleitungssystem könnte zusätzlich etwa 130 Terawattstunden aufnehmen. Die Stromerzeugung habe im vergangenen Jahr 188 Terawattstunden umfasst. Die VNG-Tochter Ontras sammle derzeit erste Erfahrungen mit der Einspeisung und dem Transport von Wasserstoff und Biomethan. Auch arbeite die VNG im Rahmen der Forschungsinitiative Hypos an Projekten mit, die auf eine bessere Wirtschaftlichkeit und technische Beherrschbarkeit für die noch teure und wenig praktizierte Produktion, Speicherung und Anwendung von Wasserstoff zielten.

Intelligente Straßenlaterne Smight in VNG-Vertriebsstruktur aufnehmen?

Sicher sei, dass regenerative Gase an Bedeutung gewinnen werden; an diesem Trend wolle auch der Gaskonzern partizipieren. Positiv verläuft laut Heitmüller die Zusammenarbeit mit dem Großaktionär EnBW. Die Zentrale der Verbundnetz Gas AG werde sicher in Leipzig bleiben, versicherte er zum wiederholten Mal.
Die Zusammenarbeit mit EnBW sei zudem keine Einbahnstraße. So kann sich Heitmüller durchaus vorstellen, die intelligente Straßenlaterne von EnBW mit dem Namen "Smight" in die eigene Vertriebsstruktur einzubauen. Auch das könne einen Beitrag leisten, VNG zukunftssicher zu machen.

Stellenabbau ist abgeschlossen/Schwarze Zahlen auch für 2017 erwartet

Das eigene Unternehmen sieht Heitmüller auf einem guten Weg. Allmählich würden die Früchte des Ertragssteigerungsprogramms eingefahren. Aufgrund der Sparmaßnahmen wurden 150 der 1450 Stellen abgebaut, ein weitere Streichung steht laut dem Vorstandsvorsitzenden aber nicht bevor. Nachdem der Gaskonzern zwischen 2011 und 2015 Verluste geschrieben hatte, konnte er im vergangenen Jahr erstmals wieder ein Plus von 40 Mio. Euro erwirtschaften. Auch für das laufende Jahr erwartet Heitmüller schwarze Zahlen. Mittelfristig wird ein Jahresüberschuss von 150 Mio. Euro angestrebt. (hoe)

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