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16 Februar 2017 | 10:56

Neuer Investitionsrekord bei Stromnetz Berlin

Im Konzessionspoker um das Stromnetz Berlin gehen die Anbieter in eine interessante Woche: Kommen Rügen oder nicht?

"Es ist wichtig, jetzt in das Netz zu investieren." Thomas Schäfer, Geschäftsführer von Stromnetz Berlin, geht trotz Konzessionspoker um das Berliner Stromnetz konsequent den Weg der Modernisierung der Infrastruktur weiter: 209 Mio. Euro will der Netzbetreiber 2017 in das Verteilnetz investieren. Dies stellt einen neuen Investitionsrekord dar, so Schäfer bei einem Pressegespräch in Berlin. Zum Vergleich: 2016 lagen die Investitionen bei 167 Mio. Euro. Insgesamt will das Unternehmen innerhalb der nächsten zehn Jahre 2,1 Mrd. Euro in das Netz einbringen. Die Netzentgelte sollen vorerst stabil bleiben, deutete der Chef an, auf eine Frist von zehn Jahren seien aber Erhöhungen nahezu zwingend.

Mit 111 Mio. Euro fließen etwas mehr als die Hälfte der Mittel in den Erhalt und die Modernisierung des Stromnetzes. Die Hauptpunkte sind dabei die Erneuerung von Kabeln und die Modernisierung von Umspannwerken. 98 Mio. Euro fließen in den durch das Wachstum der Stadt notwendigen Ausbau des Netzes, in die weitere Digitalisierung sowie in die Vorbereitung des Einsatzes von intelligenten Stromzählern. Allein für Neuanschlüsse bringt Stromnetz Berlin 45 Mio. Euro in diesem Jahr auf. "Früher waren es 15 Mio. Euro", so Schäfer. Dies verdeutlicht den schnellen Zuwachs der Stadt.


Mehr Wechselkunden

Im vergangenen Jahr stieg der Stromverbrauch der Hauptstadt wieder (13 800 Mio. kWh), nachdem er in den vergangenen Jahren gefallen ist. Insgesamt agieren 534 Stromanbieter um die Gunst der rund 2,3 Mio. Haushalts- und Gewerbekunden. 2015 waren es noch 450. Im vergangenen Jahr kam es zu 630 000 Lieferantenwechselprozessen in der Stadt. Bei 2,3 Mio. Kunden stellt dies einen Quotienten von 27 Prozent dar. Die Wechselprozesse stiegen merklich: 2015 wechselten 450 000 Kunden.

In punkto E-Mobilität rüstet Stromnetz Berlin auf: Ab sofort werden nur noch E-Fahrzeuge angeschafft, 65 Stück bis 2020 sowie 64 Plug-in-Hybride. Damit wären 50 Prozent der Fahrten im Netzgebiet elektrisch. Entsprechend baut das Unternehmen die Ladeinfrastruktur aus: 110 AC und 5 DC-Ladesäulen will Stromnetz Berlin nur für den internen Betrieb bis 2020 errichten. Zudem bietet der Netzbetreiber einen "E-Mobility-Tarif" an: Dies ist ein reduzierter Netztarif für abschaltbare Lasten gemäß § 14 EnWG. Für den Tarif mit geringeren Netzentgelten, der im Notfall abgestellt wird, hat sich bislang nur noch kein Kunde interessiert. Das Unternehmen bietet mittlerweile auch eine umfassende Beratung für Privatkunden an, die eine Ladesäule anschließen wollen.

Keine Sehnsucht nach Rügen


In Bezug auf das Konzessionsverfahren zum Berliner Stromnetz erleben die drei Anbieter Stromnetz Berlin, der landeseigne Betrieb Berlin Energie und die Genossenschaft Bürgerenergie Berlin gerade eine interessante Woche: Zum 1. Februar traten die neuen Richtlinien des Energiewirtschaftsgesetzes bei der Konzessionsvergabe (§ 46 EnWG) in Kraft. Im Prinzip erfolgt nun bei dem Prozess eine schrittweise Überprüfung. Von daher erhielten die Anbieter vergangene Woche Post von der vergebenden Stelle, ob sogenannte Rügen zum Verfahren eingegeben werden wollen. Die Frist beträgt 15 Tage. In der kommenden Woche wird sich zeigen, ob ein Anbieter Kritik an einem Verfahrensdetail geäußert hat. Diese Rüge kann unter Umständen zu einer Verlängerung des Berliner Verfahrens führen, unter Umständen sogar in einem gerichtlichen Prozess münden. Hierzu positioniert sich Stromnetz ganz klar: Grundsätzlich könne das neue Verfahren zu einer schnelleren Abwicklung führen, so Schäfer. Doch im vorliegenden Fall, in dem die Vergabe fast umgesetzt sei, kann es eher zu einer Verlängerung führen. Stromnetz Berlin möchte das Verfahren so schnell wie möglich über die Bühne bringen. (al)

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