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15 Februar 2017 | 11:50

Ostdeutsche Stadtwerke schlagen Alarm

Das Aus für die vermiedenen Netznutzungsentgelte könnte die ostdeutschen Kommunen mehr als eine Mrd. Euro kosten.

Die vermiedenen Netznutzungsentgelte werden schrittweise abgeschafft. Das erst vor kurzem verabschiedete Netzentgelt-Modernisierungsgesetz (Nemog) wird die ostdeutschen Kommunen in den nächsten zehn Jahren rund eine Milliarde Euro an Einnahmen kosten. Dies schätzt Karel Schweng, Geschäftsführer des kommunalen Erfurter Energieversorgers SWE Energie laut einem Bericht des "MDR". Gemeinsam mit anderen ostdeutschen Städten will er deshalb den Druck auf die Politik erhöhen, auch ein Protestschreiben in Richtung Berlin ist in Vorbereitung.

Erfurt rechnet mit Einbußen von jährlich sieben Mio. Euro

Laut dem Artikel zeigt sich auch Sachsens Ministerpräsident Stanislav Tillich beunruhigt über die drohenden Einnahmeverluste der ostdeutschen Kommunen. "Sollten die Entgelte tatsächlich wie vorgesehen wegfallen, werden die Wirtschaftlichkeitsberechnungen vieler ostdeutscher Stadtwerke über den Haufen geworfen", ergänzt Karel Schweng von der SWE Energie. Die Gesetzesänderung koste allein die SWE bis zu sieben Mio. Euro jährlich.

Halle müsste geplante Investition komplett neu rechnen

Mit den vermiedenen Netznutzungsentgelten wurden bisher die städtischen Versorger belohnt die Strom produzieren und ins lokale Netz einspeisen. Weil in den vergangenen 25 Jahren besonders viele Kraftwerke in den neuen Bundesländern gebaut wurden, fallen sie dort sehr häufig an. In Halle beispielsweise soll das Heizkraftwerk in der Dieselstraße bis 2020 komplett saniert werden. Sollten die Netzvermeidungsentgelte wegfallen, müsste die Investition komplett neu gerechnet werden, so Geschäftsführer Olaf Schneider.

Auch bei der Drewag in Dresden ist man alarmiert. Unternehmenssprecherin Gerlind Ostmann rechnet mit Einbußen im unteren zweistelligen Millionenbereich. (hoe)

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4,5

Prozent beträgt das Minus an CO2-Ausstoß der Kraftwerke in den 28 EU-Staaten in 2016 gegenüber dem Vorjahr – und dies trotz eines um 0,5 Prozent höheren Stromverbrauchs. Laut Agora Energiewende lag dies am stärkeren Erdgas-Einsatz.