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28 März 2014 | 09:59

"CSU gibt Startschuss für Fracking in Bayern"

, Bildmontage: ZfK/Gottfried Hiesinger
Bildmontage: ZfK/Gottfried Hiesinger
Recherchen der Landtags-Grünen bringen ans Tageslicht, dass Ministerpräsident Seehofer erste Lizenzen vergeben lässt.

Ulrike Gote, Landtagsabgeordnete der Grünen in Bayern, hat nach Recherchen der Grünen aufgedeckt, dass die Staatsregierung bereits erste Lizenzen fürs Fracking vergeben hat. Obwohl die Staatsregierung offiziell einen andere Weg geht: "Bayern sagt Nein zum Fracking, bis jegliches Risiko für Mensch und Natur ausgeschlossen ist. Fracking mit einem Giftcocktail darf unsere Umwelt und unser Trinkwasser nicht gefährden", zitiert Gote Umweltminister Marcel Huber.

Dies seien aber "reine Lippenbekenntnisse". Mit der Vergabe einer Erkundungslizenz an das britische Bergbau-Unternehmen Rose Petroleum hat die Staatsregierung bereits am 31. Januar 2014 "heimlich, still und leise den Startschuss für Fracking im ganz großen Stil" gegeben. Betroffen ist ein 2600 km2 großes Areal, das "Weiden Basin" in der Oberpfalz und Oberfranken.

Ulrike Gote spricht nun im Zusammenhang mit dem Vorgang von einem Skandal. Konkret ist für die Vergabe bergrechtlicher Lizenzen die oberste Bergbehörde zuständig, die im Wirtschaftsministerium angesiedelt ist. Dort verweigerte man den Landtags-Grünen am Freitag eine Auskunft über den Vorgang.

Klar ist nach den Recherchen jedoch der Werdegang der bergrechtlichen Lizenz, die über die Jahre mehrfach die Besitzer wechselte und ständig erweitert wurde. Im Jahr 1989 stieß die Stadt Weiden bei einer Bohrung auf der Suche nach Thermalwasser für ihre "Thermenwelt" überraschend auf Erdöl. Die Stadt hatte daraufhin eine kleine Förderlizenz für die nähere Umgebung Weidens beantragt, diese aber 1991 wieder aufgegeben. Die Lizenz wurde von Preussag/Maxus übernommen und deutlich erweitert. Auch diese Lizenz wurde 1994 wieder aufgegeben. Es gab und gibt keine Möglichkeit zur wirtschaftlichen Förderung der gefundenen Ölvorkommen.

Am 31. Januar 2014 hat nun die Rose Petroleum vom Freistaat diese Untersuchungs-Lizenz erhalten – auf drei Jahre befristet und vordergründig zu Erdölausbeutung. Die Lizenz dient laut dem Unternehmen jedoch zur Aufsuche von Erdöl und Erdgas mittels konventioneller und unkonventioneller (Fracking-) Förderung, so Gote. Und das macht nach weiteren Recherchen der Landtags-Grünen aus betriebswirtschaftlicher Sicht für das Unternehmen durchaus Sinn. Denn im westlichen Lizenzgebiet liege Posidonienschiefer, den die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe als potenziell geeignet für Erdgasfracking  einstuft. Das Weidener Erdölvorkommen hingegen fand schon 2002 in der Abhandlung "Rohstoffe in Bayern" des Wirtschaftsministeriums keine Erwähnung mehr, so Gote.

Rose Petroleum besitzt über ihre Tochterfirma Parkyn Energy große Fracking-Lizenzen in Polen und für die umstrittenen Erdgas-Aufsuchungsfelder rund um den Bodensee (Konstanz, Biberach), so Gote. Die Lizenz für das Weidener Ausbeutungsgebiet hält die Naab Energie GmbH, angesiedelt in Freiburg im Breisgau. (al)

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