Torsten Berth (Baur), Stefan Link (MDN) und PD Dr.-Ing. habil. Christian Weindl (Universität Erlangen-Nürnberg) bei der Übergabe des Messwagens. Press’n’Relations

Kabelmesswagen für die Forschung

Der Netzbetreiber MDN, die Universität Erlangen-Nürnberg und die Baur GmbH entwickeln ein Messsystem, um den Zustand von Mittelspannungskabeln zu beurteilen.

Der Netzbetreiber MDN Main-Donau Netzgesellschaft Nürnberg, der Lehrstuhl für Elektrische Energiesysteme der Universität Erlangen-Nürnberg und die Baur GmbH haben einen Kooperationsvertrag zur Entwicklung eines Messsystems geschlossen. Es geht dabei um die elektrische Diagnose von 20 kV-Mittelspannungskabeln. Für die umfangreichen Feldmessungen hat Baur dafür einen Messwagen ausgebaut – teils mit Baur-Geräten, teils mit eigens entwickelten Geräten der Universität Erlangen-Nürnberg.

Um kalkulieren zu können, wann ein Kabel ersetzt werden muss, ist es wichtig, den Zustand und daraus abgeleitet die Restlebensdauer des Kabels zu kennen. Über Jahre ließen die Wissenschaftler Papier-Massekabel künstlich altern, um daraus die physikalischen Alterungsmodelle ableiten zu können, die eine Ermittlung des Zustands und der zu erwartenden Restlebensdauer von im Betrieb befindlichen Kabelsystemen ermöglichen.

Darauf aufbauend entwickelte das Forschungsteam der Universität Erlangen-Nürnberg unter der Leitung von Dr. Weindl ein Messverfahren. Dieses soll nun im Rahmen der Zusammenarbeit, die in eine Kooperation zwischen der N-Ergie AG aus Nürnberg und dem Energie Campus Nürnberg (EnCN) eingebettet ist, bis 2018 zum Einsatz kommen. Dafür werden unterschiedliche Kabel im Netzgebiet einer Diagnosemessung unterzogen und mit den Messergebnissen aus dem Labor verglichen. Rund 250 Mittelspannungskabelstrecken in und um Nürnberg sollen diagnostiziert werden. (wa)