Das Kernkraftwerk Gundremmingen Bild: RWE

30 Jahre Tschernobyl: Virus in Gundremmingen

Am 26. April 1985 explodierte ein Block des Kernkraftwerks Tschernobyl. Jetzt wird bekannt, dass in einem Gundremmingen-Block ein Computervirus lagerte.

Zum 30. Jahrestag des GAU im heute ukrainischen Tschernobyl enthüllt der Bayerische Rundfunk, dass im Block B des bayerischen Kernkraftwerks Gundremmingen ein Computervirus gefunden wurde.

Der Betreiber, die Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH (KGG), die zu drei Vierteln RWE und zu einem Viertel Eon gehört, erklärte dazu, die Schadsoftware sei auf einem Computer im nichtnuklearen Teil entdeckt worden, der lediglich Steuerungsprotokolle für die Brennelement-Lademaschine des Blocks schreibe, aber nicht einmal die Steuerung selbst beeinflusse. Der BR schätzt den Vorfall so ein, dass es sich nicht um einen gezielten Sabotageangriff gehandelt haben dürfte, sondern um eine versehentliche Infizierung über einen USB-Stift, vermutlich durch einen Mitarbeiter. Der Virus soll ungewollt eine Verbindung zum Internet aufgebaut haben.

Sämtliche Maschinen, die direkt mit radioaktiven Elementen in Berührung kommen, betonte die KGG, würden ausschließlich analog gesteuert. Der BR zitiert den KGG-Sprecher Tobias Schmidt: "Alle sensiblen Kraftwerksbereiche sind entkoppelt und grundsätzlich redundant sowie manipulationsgeschützt ausgelegt." (geo)