Intelligente Netze sind die Zukunft: Bei einem Projekt der Stadtwerke Osnabrück erläutert "Smart Grid"-Projektleiter Christian Drecksträter (li.) das Innenleben der Trafostation an der Alfred-Delp-Straße. Bild: Stadtwerke Osnabrück

Tag des offenen Schaltschranks

Den "Tag des offenen Schaltschranks" haben die Stadtwerke Osnabrück (SWO) dazu genutzt, den Bürgern ein intelligentes Stromnetz vorzuführen.

Die Besucher konnten sich fünf nagelneue Verteilerkästen und eine Trafostation mit viel verkabeltem „Hirn“ als Bestandteile eines  „Smart grids“ erklären lassen. Während der Besichtigung erfuhren die Besucher, dass bei der neuen und intelligenter arbeitenden Trafostation sich äußerlich nichts geändert hat. Neu an ihr ist aber ihr Innenleben, zumindest was die Messtechnik anlangt, erklärt Stadtwerkemitarbeiter Thomas Aßmann. Mit ihr ließen sich jetzt zum einen bei Leitungsschäden schnell Fernschaltungen per Mausklick von der Netzleitstelle in der Innenstadt aus durchführen. Dadurch werde die Stromversorgung aufrechterhalten oder sie sei im Fall des Falles schneller wieder hergestellt.

Zum anderen könnten die Stadtwerke nun Daten analysieren, wie sich der Strom im Netz verteilt, wenn regenerative Energieträger ihre erzeugte Elektrizität einspeisen. "Früher floss der Strom in die Haushalte, heute drücken beispielsweise Fotovoltaikanlagen den Sonnenstrom zurück ins Netz", schilderte Thomas Aßmann.

Die Energiewende und ihre Folgen für die Stromnetzauslastung – das steckt mit hinter dem Smart-grid-Pilotprojekt, wurde den Besuchern nahegebracht. Als Netzbetreiber erhofften sich die Stadtwerke genauere Erkenntnisse, wie das Stromnetz konkret um- und ausgebaut werden müsse. Denn wer kontinuierlich ermittelte Zahlen über Verbrauchsspitzen hat und exaktere Lastkurven berechnen kann, dimensioniere neue Netze realistischer. Und spare dadurch Geld. "Die Leute zeigen sich wirklich sehr interessiert", berichtete Markus Wierwille, Leiter Netzführung Strom der "Neue Osnabrücker Zeitung" seine Eindrücke. (ad)