Der Umbau des wichtigsten Karlsruher Strom-Umspannwerkes ist abgeschlossen. Wo früher eine große Freiluft-Schaltanlage stand, verlaufen nun die Kabelkanäle, die den Strom in das neue Schalthaus leiten. Dr. Karl Roth, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe (2. v.r.), Dr. Michael Becker, Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe Netzservice Gesellschaft (3.v.l.) und Dr. Heiko Hembach (3.v.r.), Leiter Betrieb und Instandsetzung, stellten das Projekt vor. Bild: Stadtwerke Karlsruhe

Umbau des Karlsruher Umspannwerks ist fertig

Seit 2009 investiert die Netzservice-Gesellschaft der Stadtwerke Karlsruhe fast 9 Mio. € in das Umspannwerk West.

"Das Umspannwerk entsprach nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen und Standards. Verschiedene Anlagenteile stammten aus den 1960-er Jahren und hatten eine Betriebszeit von über 50 Jahren", begründet Heiko Hembach, Leiter Betrieb und Instandsetzung bei der Netzservice-Gesellschaft, das Großprojekt.

Das Karlsruher Stromnetz ist an zwei Stellen an das überregionale Höchstspannungsnetz der TransnetBW angeschlossen: im Westen beim Heizkraftwerk der Stadtwerke am Rheinhafen und im Osten in der Nähe der Autobahnausfahrt Durchlach. Neben der Spannungsreduktion von Höchst- auf Hochspannung und der Einspeisung ins Stromnetz versorgen die dortigen Transformatoren acht weitere Karlsruher Umspannwerke sowie drei Hochspannungskunden mit Strom. Sie sind damit die wichtigsten Knotenpunkte des städtischen Stromnetzes.

Die beiden über 500 000 € teuren Netzeinspeise Transformatoren sind über Hochspannungskabel mit der Schaltanlage im neu gebauten Schalthaus verbunden. Die gasisolierte Hochspannungs-Innenraumschaltanlage besitzt 19 Schaltfelder. Vorteil des Isoliergases gegenüber Luft sei, dass dieses besser isoliere und die neue Anlage viel kompakter ausfalle und deshalb einen erheblich geringeren Flächenbedarf als die alte Freiluftschaltanlage habe, so die Stadtwerke Karlsruhe. Zudem sei die Störanfälligkeit und damit der Wartungsbedarf geringer.

Gesteuert wird das Umspannwerk West, wie das gesamte Karlsruher Hoch- und Mittelspannungsnetz mittels Fernwirktechnik. Zudem seien alle wichtigen Anlagenteile doppelt vorhanden. Selbst die Fernwirktechnik sowie die Verbindung zur Netzleitstelle sind redundant.

Außerdem sind alle Karlsruher Umspannwerke mit beiden Einspeisepunkten im Osten und Westen verbunden. Das Umspannwerk Ost wurde bereits 2007 auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Fällt eine Einspeisung aus, kann die Stadt über den anderen Knotenpunkt mit Strom beliefert werden. Komme es zu Bauarbeiten oder Störungen, können die Netzservice-Mitarbeiter eine Kabelstrecke im Hochspannungsnetz abschalten, ohne dass die Stromversorgung unterbrochen werde. (sg)