US-Unternehmen will Tennet finanziell aushelfen

Das US-Unternehmen Anbaric will Übertragungsnetzbetreiber Tennet mit mind. 4 Mrd. € bei der Offshore-Netzanbindung unterstützen.

Der Übertragungsnetzbetreiber, der zuletzt eingeräumt hatte, finanzielle Schwierigkeiten bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks zu haben, könnte nun finanzielle Hilfe erhalten: Anbaric besitzt eigenen Angaben zufolge Erfahrungen bei der Planung, Durchführung und Finanzierung von Strombkabelverbindungen in den USA. Im "Handelsblatt" erklärte Anbaric-Chef Edward N. Krapels, dass man Tennet gerne helfen wolle.

Bislang war es schwierig, Geldgeber für die Offshore-Anbindung zu finden, da die Haftungsregeln ungeklärt waren. Mittlerweile gibt es eine Regelung, bei der die Netzbetreiber in der Bauphase und beim Betrieb der Kabel, wenn Schäden aufgrund leichter Fahrlässigkeit entstehen, haften. Hinzu kommt ein jährlicher Selbstbehalt von 100 Mio. €, der Rest soll auf die Stromkunden verteilt werden. Die Regelung befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren.

Krapels sagte dem "Handelsblatt", dass er eine Reduzierung des Selbstbehalts und eine Änderung bei der Haftung für erforderlich halte. "In der Bauphase darf der Netzbetreiber äußerstenfalls für grobe Fahrlässigkeit in Haftung genommen werden, in der Betriebsphase kann man auch über die Haftung für leichte Fahrlässigkeit reden", erklärte er. Wenn die Gesetzgebung in dieser Form durchgehe, "können wir sofort loslegen." (sg)