Tacheles – Juni 2013

Peter Löscher, Marc Hall und Sven Becker sprechen Klartext.

»Deutschland beschreitet den denkbar teuersten Weg einer  Energiewende: Wir fördern die erneuerbaren Energien ohne Wenn und Aber.«

Peter Löscher, Vorstandsvorsitzender des Siemens-Konzerns, sagte beim Anfang Juni in Berlin abgehaltenen Energiewende-Dialog, diese Wende sei auch ohne Subventionen für erneuerbare Energien möglich. „Deutschland leistet sich eine um 150 Mrd. € zu teuere Politik.“ Um dies zu korrigieren, sei ein Umbau des Strommarkts, eine höhere Energieeffizienz und eine bessere europäische Zusammenarbeit notwendig.  Künftig sollte derjenige Investor den Zuschlag für den Bau neuer Windparks erhalten, „der die geringste Einspeisevergütung anbietet“. Erneuerbare Energien brauchten keine unbedingte und unbeschränkte Förderung mehr.





»Es ist notwendig, energiesparende Technologien zu entwickeln, während die Lichter brennen. Dazu muss die Politik denWettbewerb auf dem Markt und die Entwicklung von Innovationen unterstützen. «

Marc Hall, Vorstandsdirektor Energie der Wiener Stadtwerke, bekräftigte auf der Anfang Juni in Wien abgehaltenen Regenerativenergie-Konferenz Power-Gen Europe 2013, es wäre wichtig, bestehende Technologien auszubauen und Investitionen in innovative Lösungen wie Energiespeicher und thermische Energieerzeugung zu tätigen, um dem Event-Motto gemäß „die Energie in Europa am Fließen zu halten“. Der österreichische Energiemix stamme bereits zu 66 Prozent aus regenerativen Quellen und sei demnach sehr umweltfreundlich.





»Der Handlungsdruck auf eine Reform des EEG und ein neues Energiemarktdesign steigt mit jedem sonnigen und windigen Tag.«

Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung des Stadtwerke -Netzwerks Trianel, hat bei der Mitte Mai in Berlin abgehaltenen Stadtwerke-Tagung einen „Konsens zur Gestaltung der Energiewende“ gefordert, „dessen Halbwertszeit länger als eine Legislaturperiode ist“. Bei der notwendigen parteiübergreifenden Einigung über die Zukunft der Energiewirtschaft müsse nach der Bundestagswahl die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes EEG mit einem neuen Energiemarktdesign synchronisiert werden. Der Handlungsdruck nehme zu, die EEG-Umlage werde bis 2014 um mindestens 15 Prozent auf rd. 6 Cent steigen. Schon ein durchschnittlicher Sommer erhöhe die EEG-Umlage auf 6,1 bis 6,2 Cent/kWh.