Enervie senkt Netzentgelte wieder

Nach Interventionen von rund 100 Netzkunden aus der Region hat die BNetzA einem Antrag der EAN zur Netzentgeltreduktion stattgegeben.

Vorausgegangen war, dass der regionale Netzbetreiber aus Hagen, die Enervie Asset-Net-Work GmbH (EAN), Tochter der Enervie-Gruppe, die Netzentgelte mit Wirkung zum 1. Januar erhöhen musste. Grund war die besondere Inselnetzlage des regionalen Verteilnetzes der EAN. So reicht die Bezugskapazität des vorgelagerten Netzbetreibers Amprion nicht aus, um die gesamte Netzlast im Netzgebiet der Enervie zu decken. Dies macht den Einsatz von Enervie-Kraftwerken erforderlich, welche wiederum laut Enervie derzeit nicht gewinnbringend sind. Daher sah sich EAN gezwungen, die Netzentgelte in der Region zu erhöhen.

Nach Interventionen und intensiven Verhandlungen mit rund 100 Netzkunden aus der Region, darunter vor allem die Stadtwerke Iserlohn, Hemer und Schwerte sowie verschiedene industrielle Verbände, etwa der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), der VEA Bundesverband der Energie-Abnehmer oder die Gesellschaft für Stromwirtschaft (GfST) hat nun die Bundesnetzagentur (BNetzA) einem Antrag der EAN zugestimmt, die ursprünglich beantragte Netzentgelterhöhung Strom erheblich zu reduzieren.

Die nun vereinbarte Regelung soll nach dem BNetzA-Beschluss umgehend durch EAN selbst für eigene, direkte Kunden – zumeist größere und energieintensive Betriebe – umgesetzt und bei künftigen Abrechnungen berücksichtigt werden. Das teilte EAN mit.

Zahlreiche Netzkunden, besonders größere, energieintensive Industriebetriebe – seien durch die ursprünglich vorgesehene Erhöhung erheblich belastet worden und hatten wie die Verbände eine Beiladung zum Genehmigungsverfahren bei der BNetzA beantragt. EAN habe nun den Antrag auf Rückerstattung der Kosten für den Zwangseinsatz der Kraftwerke im Juni 2015 bei der BNetzA auf ein von allen Seiten akzeptiertes Maß reduziert, heißt es von Seiten des Netzbetreibers. Damit verzichte man auf einen wesentlichen Teil der Netzentgelterhöhung. Für die Netzkunden bedeute dies eine erhebliche Entlastung.

Laut dem Informationsportal Energate werden die defizitären Kraftwerke von Enervie bis Ende 2015 am Netz bleiben. Damit werde sich das Netzentgelt nicht so stark wie ursprünglich geplant erhöhen. Die Netzkunden hätten sich im Gegenzug bereit erklärt auf Rechtsmittel gegen Enervie zu verzichten. (sg)