Geschäftsführer Dr. Walter Casazza erklärt das Prinzip der Power-to-Heat-Anlage, die wie ein Tauchsieder funktioniert. Bild: © SWA

Augsburger „Tauchsieder“ geht in Betrieb

Neue „Power-to-Heat“-Anlage hält das Stromnetz stabil.

Mit einem überdimensionalen Tauchsieder können die Stadtwerke Augsburg (swa) das Stromnetz entlasten und überschüssigen Strom für die Fernwärme sinnvoll nutzen. „Power-to-heat“ (Strom zu Wärme) heißt die Anlage, die die swa offiziell in Betrieb genommen haben. Weht der Wind und scheint die Sonne, kann es sein, dass mehr Strom vorhanden ist, als gebraucht wird und im Netz transportiert werden kann. Dann suchen die Netzbetreiber händeringend nach Verbrauchern, die schnell Leistung aus dem Netz nehmen – zuweilen gibt es sogar Geld dafür, dass Strom auf Abruf verbraucht wird. Aber auch schon die Bereitstellung der Anlage mit der Möglichkeit, auf Anforderung der Netzbetreiber Leistung aus dem Netz nehmen zu können, wird finanziell honoriert, erklärt swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza.

Die Anlage ist quasi ein überdimensionaler Tauchsieder. Je nach Bedarf wird das heiße Wasser entweder direkt in das rund 150 km lange Fernwärmenetz der swa eingespeist oder für einen späteren Verbrauch im Wärmespeicher auf dem Gelände des Kraftwerks zwischengelagert. Der Wirkungsgrad bei der Umwandlung von Strom in heißes Wasser liegt bei nahezu 100 % – es geht also fast keine Energie verloren.

Rund 1,5 Mio. € hat die Anlage gekostet. In vier bis fünf Jahren soll sie durch die Erlöse refinanziert sein. (wa)