Der 300 MVA starke Trafo kurz vor Erreichen seines Ziels, des Umspannwerks in Simbach. Bild: Gilg / PNP - Ausgabe Simbach vom 20.11.

Großtrafo soll Energiewende sichern

Das deutsch-österreichische Übertragungsnetz bekam Verstärkung durch einen 260 t schweren Transformator.

Ein 300-MVA-Netzkuppeltransformator hat nach einer vierwöchigen Reise das Umspannwerk des Übertragungsnetzbetreibers (ÜNB) Tennet in Simbach am bayerischen Inn erreicht. Er kann sowohl von der 380-kV- als auch von der 220-kV-Ebene auf 110-kV übersetzen. So wird der Transformator zunächst in die vorhandenen 220-kV-Leitungen integriert und später, nach Fertigstellung der geplanten 380-kV-Leitung von Altheim (Raum Isar) über Pirach und Simbach nach St. Peter in Oberösterreich, weiter genutzt.

Um größere Übertragungskapazitäten und geringere Netzverluste zu erreichen, wird das deutsche Stromnetz nach und nach von der Spannungsebene 220 kV auf 380 kV umgestellt. Um außerdem die Versorgungssicherheit Bayerns auch nach Abschaltung aller Kernkraftwerke auf gleichbleibend hohem Niveau zu gewährleisten, sind folgende Stromlieferungen sicherzustellen: der Transport des Windstroms von Nord- nach Süddeutschland und eine leistungsstärkere Verknüpfung mit dem österreichischen Stromnetz und den dortigen Pumpspeicherkraftwerken. Die bestehende länderübergreifende 220-kV-Leitung ist an ihrer Kapazitätsgrenze und muss deshalb als 380-kV-Leitung neu gebaut werden. Für den österreichischen Planungsabschnitt ist der österreichische ÜNB Austrian Power Grid (APG) verantwortlich. Zusätzlich soll ein neu geplantes Gas-Kombi-Kraftwerk der OMV Kraftwerk Haiming GmbH, einer Tochter der Wiener OMV AG, Österreichs größtem börsennotierten Industrieunternehmen, an der Anschlussstelle Simbach in das Transportnetz integriert werden. (msz)