Amprion-Geschäftsführer Hans-Jürgen Brick (rechts) lehnt bundeseinheitliche Netzentgelte entschieden ab. Das Bild zeigt ihn mit Amprion-Geschäftsführer Dr. Klaus Kleinekorte (links) im Jahr 2013 bei einem Besuch der nordrhein-westfälischen Minsterpräsidentin Hannelore Kraft am Amprion-Standort in Brauweiler. Bild: © Amprion

Amprion-Chef warnt vor einheitlichen Netzentgelten

Die Einführung bundesweit einheitlicher Netzentgelte würde Standortverlagerungen und Jobverluste provozieren, befürchtet der Manager.

"Wir lehnen bundeseinheitliche Netzentgelte ab", sagte Hans-Jürgen Brick, Chef des Dortmunder Netzbetreibers Amprion in einem heute erschienenen Interview mit der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Er reagierte damit auf Vorstöße des nord- und ostdeutschen Netzbetreibers 50Hertz, der sich für bundesweit einheitliche Netzentgelte ausspricht – aktuell zahlen Verbraucher in vielen Teilen Ostdeutschlands deutlich mehr für ihren Strom als im Westen. Sollte diese Forderung umgesetzt werden, drohten den rund 27 Mio. Kunden im Versorgungsgebiet von Amprion deutlich höhere Kosten, so Brick. Hart treffen würde es dabei insbesondere die Gewerbekunden im stark industriell geprägten Netzgebiet von Amprion, so Brick. Für Industriekunden in Nordrhein-Westfalen wären Kostensteigerungen von bis zu 68 Prozent beim Netzentgelt die Folge. Ähnliche Belastungen stünden zahlreiche Unternehmen in Rheinland-Pfalz, Hessen, im Saarland und Teilen Bayerns in Haus, sagte Brick.

Besonders betroffen von einer Einführung bundesweit einheitlicher Netzentgelte wären mittelständische Industriebetriebe. Ihnen drohe durchschnittlich ein Anstieg der Kosten um 3,3 Mio. auf 8,2 Mio. Euro pro Jahr, so Brick. "Wir befürchten erhebliche Belastungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland – unter anderem durch Standortverlagerungen ins Ausland mit dem Verlust von heimischen Arbeitsplätzen", prognostizierte der Amprion-Chef. (hoe)