Durch die Digitalisierung lassen sich in der europäischen Strombranche bis 2025 Wertschöpfungspotenziale von bis zu 1,3 Billionen US-Dollar realisieren. Das zeigt eine aktuelle Studie des Branchenverbandes Solar Power Europe. Bild: Siemens

Augsburg: Stadtwerke testen Intelligentes Netz

Das Smart-Grid-Forschungsprojekt läuft im Augsburger Gewerbegebiet Haunstetten an.

Die Stadtwerke Augsburg starten in den nächsten Wochen ein Forschungsprojekt zum Thema Smart Grid. Der Pilot wird im Gewerbegebiet Haunstetten stattfinden. Hier befindet sich ein Mittelspannungsring mit einem hohen Anteil an regenerativen Einspeisungen und vielen Großverbrauchern. Im Rahmen des Projekts kann genau gemessen werden, wieviel Strom hinein- und herausfließt.

Das Projekt wird in drei Phasen ablaufen: Zunächst wird eine ausführliche Analyse des Netzes durchgeführt, im Anschluss erfolgt eine Computersimulation des Netzes und der Stromflüsse. Ende 2014 werden dann tatsächlich intelligente Zähler bei den Kunden eingebaut. Die Kunden können sich dann in einem speziellen Internetportal ihren aktuellen Verbrauch anzeigen lassen. 

Kooperationspartner sind das Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik (ESK), die Technische Universität München (TU München) und weitere Partner aus der Industrie. Das Projekt wird vom bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert.

Die Vorteile eines solch Intelligenten Netzes: Erneuerbare Energien wie Wind und Sonne sind in der Energieerzeugung schwer vorauszuberechnen. Dies macht die Steuerung von Verbrauchsgeräten und Speichern notwendig. Nur so kann die größtmögliche Nutzung der Wind und Sonnenenergie gewährleistet werden. Durch einen zeitlich und örtlich optimierten Verbrauch können zudem Kosten und Energieverluste durch Transport vermieden werden. Der Netzausbau kann außerdem in einem überschaubaren Rahmen gehalten werden. Smart Grids senken demnach die Kosten sowohl für die Netzbetreiber als auch die Lieferanten und damit letztlich auch für den Kunden. Außerdem profitiert die Umwelt von einer maximalen CO2-Einsparung durch die maximale Intergration erneuerbarer Energien. (msz)