Thüringer Strombrücke: Meilenstein geschafft

Der zweite Abschnitt der Südwest-Kuppelleitung von Erfurt-Vieselbach nach Altenfeld in Thüringen hat den Testbetrieb aufgenommen.

Insgesamt soll die so genannte »Thüringer Strombrücke« als 380-kV-Leitung zwischen Bad Lauchstädt in Sachsen-Anhalt nach Redwitz in Bayern verlaufen.  Realisiert wird das europäische Vorrangprojekt von Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz.

Dr. Frank Golletz, Technischer Geschäftsführer von 50 Hertz, würdigte die Fertigstellung des 57 km langen Abschnitts von der Landeshauptstadt bis in den Thüringer Wald als Meilenstein. »Gerade das Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie der Bau dieses zweiten Abschnitts der Südwest-Kuppelleitung entlang der A71 und der ICE-Strecke war ein wirklich weiter Weg«, so Golletz. Der Bau hatte mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich erwartet. Das habe an Umplanungen und Umtrassierungen gelegen sowie der Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht gegen den Planfeststellungsbeschluss und witterungsbedingten Verzögerungen.

Der konstruktive Dialog mit den Bürgern und die daraus resultierenden Umplanungen hätten ein Stück weit mehr zu Verständnis und Akzeptanz in der Bevölkerung beigetragen. »Wenn dieser Dialog etwas mehr Zeit benötigt, dann muss man sich diese eben nehmen«, so Golletz.

Erstmals hat man zudem im zweiten Abschnitt bei einem Freileitungsbau im eigenen Netzgebiet ein sog. Ökologisches Schneisenmanagement angewendet. Es soll möglichst natur- und landschaftsschonende Akzente setzen. Der dritte und letzte Abschnitt ist derzeit noch im Bau.  Ab der Landesgrenze zu Bayern führt Tennet die Leitung weiter bis ins bayerische Redwitz. Die Inbetriebnahme dazu ist für das erste Quartal 2016 geplant. (sg)