Das deutsche Stromnetz muss weiter ausgebaut werden. Bild: Rainer Sturm / pixelio.de

Große Stromtrassen werden Gemeinschaftsprojekte

An den vier Hochspannungs-Gleichstromübertragungs(HGÜ)-Projekten von Nord nach Süd wollen jeweils zwei Übertragungsnetzbetreiber planen.

Die HGÜ-Verbindungen sollen den im Norden und Osten Deutschlands erzeugten Strom aus Erneuerbaren in die Verbrauchszentren in Süddeutschland transportieren, das nach der Abschaltung des letzten Kernkraftwerks Ende 2022 etwa 30 Prozent seines Jahresverbrauchs importieren muss. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber haben sich nun auf eine geteilte Projektverantwortung gemäß den Anfangs- und Endpunkten der Trassen geeinigt: So wollen Tennet und Amprion das HGÜ-Kabel von Emden-Borßum nach Osterath planen, Amprion und Transnet BW die Fortsetzung bis zum Kernkraftwerks-Standort Philippsburg, Tennet und Transnet BW die Leitungen Wilster (Schleswig-Holstein) – Grafenrheinfeld (Bayern) und Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) – Großgartach (Baden-Württemberg) sowie vom Kreis Segeberg (Schleswig-Holstein) nach Goldshöfe (Baden-Württemberg). 50Hertz und Amprion projektieren die Trasse von Bad Lauchstädt ins bayerische Meitingen. Die Ortsnamen sagten noch nichts Genaues über die Trassenführung aus, sondern bezeichneten wichtige Kuppelstellen, betonten die Übertragungsnetzbetreiber in einer gemeinsamen Presseerklärung.

Die Korridore und deren Notwendigkeit sind im Netzentwicklungsplan Strom 2012 beschrieben. Der Bundestag hatte ihn vergangene Woche (25. April) im Rahmen des Bundesbedarfsplangesetzes beschlossen. Darin geht die Genehmigungshoheit von den einzelnen Ländern auf die Bundesnetzagentur über. Das Gesetz soll Mitte des Jahres in Kraft treten. Die Investitionskosten für die vier HGÜ-Leitungen betragen mehrere Milliarden Euro. (geo)