Einheitliche ÜNB-Netzentgelte angestrebt

Die Bundesregierung will künftig die Netzentgelte der Übertagungsnetzbetreiber angleichen, um Ungleichgewichte in den vier ÜNB-Zonen aufzuheben.

Ostdeutsche Haushalte müssen im Vergleich zu westdeutschen Haushalten im Falle der ÜNB-Netzentgelte besonders tief in die Tasche greifen. Ursache ist der fortgeschrittene Ausbau der erneuerbaren Energien, im Speziellen der Windenergie, in Nordostdeutschland. Diesem Ungleichgewicht will nun die Bundesregierung entgegentreten. In einem Gesetzentwurf, dem Netzentgeltmodernisierungsgesetz (NEMOG), der der ZfK vorliegt, strebt die Bunderegierung eine Vereinheitlichung der Netzentgelte auf Übertragungsnetzebene an.

Zudem ist angedacht, das Prinzip der vermiedenen Netzentgelte (vNNE) zu verändern. Dieses Instrument stammt noch aus der Zeit, als Strom in eine Richtung floss und es ganz wenige dezentrale Anlagen gab. Da diese wenigen Anlagen die Region versorgten und dadurch den Zwang zum Netzausbau sowie die entsprechenden Kosten minderten, gewährte man den Anlagen den "Bonus" der vermiedenen Netzentgelte. Gezahlt wurde er aus dem Topf der Netzentgelte. In der Jetztzeit mit tausenden dezentralen, in der Mehrzahl volatilen Anlagen ist das Instrument so nicht mehr zeitgemäß, da die vielen nicht steuerbaren Stromerzeugungsanlagen einen hohen Netzausbaubedarf induzierten. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert deshalb bei der künftigen Ausgestaltung der Netzentgeltsystematik eine Differenzierung zwischen volatilen Erneuerbaren-Anlagen und steuerbaren KWK-Anlagen, da die letzteren einen Beitrag zur Netzstabilisierung leisten und Netzausbau vermeiden.

Die Bundesregierung plant nun, die vermiedenen Netzentgelte schrittweise abzuschmelzen. Der Abbau soll ab 2018 für volatile Anlagen und ab 2021 für die restlichen Erzeugungsanlagen in Zehn-Prozent-Schritten erfolgen. Dies führt zur vollständigen Abschaffung der vNNE bis zum Jahr 2030 (volatile bis 2027). Ab 2018 in Betrieb genommene Wind-/PV-Anlagen und ab 2021 in Betrieb genommene restliche dezentrale Erzeuger sollen keine vNNE mehr erhalten.

Im Prinzip werden im Jahr etwa 17 Mrd. Euro an Netzentgelten entrichtet. Die vermiedenen Netzentgelte nehmen etwa ein Zehntel der Summe ein. (al)