"Energiewende vom Nutzer her denken"

Das Schaufenster Windnode startet im September und verfügt über Mittel in Höhe von 38 Mio. Euro.

Am 27. Januar erfolgte in Berlin der Startschuss zum Schaufenster Windnode. Zum ersten Konsortialtreffen des Schaufensters für intelligente Energie in Nordostdeutschland kamen rund 200 Beteiligte. Windnode war der Sieger des BMWi-Förderprogramms SINTEG (Fördervolumen: 230 Mio. Euro).

Das Schaufenster versteht sich als großflächige Modellregion mit sechs beteiligten NordOstDEutschen (NODE) Bundesländern in der 40 Hertz-Regelzone. Integriert sind alle elektrischen Netzebenen sowie der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz. Insgesamt verfügt die Region über 11 Mio. Netzanschlüsse und über 30 000 Pflichteinbaufällen von intelligenten Messsystemen (iMSys).

"Bislang wurde immer auf die Flexibilisierung der Erzeugerseite geschaut. Wir wollen hier vor allem die Flexibilisierung der Nutzerseite fokussieren. Wir wollen die Energiewende vom Nutzer her denken", machte Dr. Frank Büchner, Leiter Energy Management Division bei Siemens und Mitglied des Lenkungskreises des Schaufensters deutlich.

"Wir wollen die IKT-Standards setzen", zeigte Markus Graebig von der TU Berlin, Fachgebiet Energiesysteme, und ebenfalls Mitglied des Lenkungskreises, die Ziele auf. Es könne nicht sein, dass Google oder ein anderes IT-Unternehmen hier die Führung übernehme. Insgesamt ist angedacht, eine innovative Flexibilitätsplattform zu erstellen, in der alle möglichen Flexibilitäten gelistet sind. Dann sollen die flexiblen Blöcke der Verbraucherseite so genutzt werden, um sie der fluktuativen Erzeugung anzugleichen. Ostdeutschland mit seiner hohen Einspeisung an fluktuativen Energien sei deshalb prädestiniert für dieses Schaufenster.

Ein erstes Beispiel für ein Projekt nannte Dr. Erik Landeck, Geschäftsführer von Stromnetz Berlin: Aufgrund der hohen Windeinspeisen in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg könne versucht werden, die Spitzen besser in der Millionenstadt Berlin abzufedern. Dies könne erfolgen über das zeitgleiche Einschalten von variablen Verbrauchern wie den 15 000 Nachtspeicheröfen oder den 3800 Wärmepumpen. Man brauche nur das Signal aus den Netzen via Pagerfunk in den Keller des Hauses leiten, der dann die Geräte einschaltet. Denkbar ist dann eine Ausweitung solcher Regelungskreise auf Ladeboxen oder Waschmaschinen.

Bis 29. Februar können die beteiligten Unternehmen ihre konkreten Projekte eingeben. Das Schaufenster ist auf vier Jahre angelegt und soll im September starten. Die verfügbaren Mittel liegen bei etwa 38 Mio. Euro. (al)