Gabriel auch für Verlegung der HGÜ-Südost-Trasse

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel zeigt Entgegenkommen bei der von Bayern angeregten Trassenverlegung der HGÜ-Südost-Passage.

Die geplante Gleichstrompassage Süd-Ost (Lauchstädt-Meitingen) wird in ihrem Trassenverlauf verändert werden. Nachdem bereits der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ("Wir sind nicht aus der Atomkraft ausgestiegen, um in die Kohlekraft einzusteigen") und der sachsen-anhaltinische Ministerpräsident Reiner Hasselhoff den Korridor kritisierten, hat nun auch Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel den Trassenverlauf in Frage gestellt.

Bei einer Veranstaltung der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg sagte Gabriel: "Natürlich wird der jetzige Korridor nicht kommen", zitiert ihn die Nachrichtenagentur DPA. Sonst gebe es jahrelanges Theater und Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht. Im Gespräch ist auch eine Verlegung des Einspeisepunktes; also nicht Lauchstädt, sondern weiter im Norden, um die Windenergie einzufangen und nach Süden zu transportieren. Dieser Einspeisepunkt sollte dann auch mit den geplanten Transportleitungen nach Norwegen und Schweden verknüpft werden, um für Stabilität in der Versorgung zu sorgen.

Auch Erdverkabelungen bei Höchstspannungsleitungen seien denkbar: "Man kann nicht ein kleines Dorf mit einer 380-kV-Freileitung einkreisen", so der Minister. Bei Freileitungen werde man eine Lösung suchen, die für die Menschen in der betroffenen Region verträglich sei.

Gabriel warnte vor zu viel Widerstand bei den Stromtrassen. Diese seien nach der Abschaltung der Atomkraftwerke in Süddeutschland unverzichtbar. Andernfalls drohe in Teilen Deutschlands langfristig ein Stromengpass mit unterschiedlichen Strompreiszonen. (al)