Die EU-Staaten müssen ihre grenzüberschreitenden Stromtrassen immer mehr für den europäischen Stromhandel öffnen. Bild: 50 Hertz

Messverfahren für Stromkabel

Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg haben ein neuartiges Mess- und Diagnoseverfahren zur Alterung von Mittelspannungskabeln entwickelt.

Der Stromnetzbetreiber will seine Kabel möglichst lange nutzen, muss sie jedoch rechtzeitig ersetzen, bevor sie eine Versorgungsunterbrechung verursachen. Ein Team der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat sich seit 2007 exakt mit dieser Thematik befasst. Es hat zunächst Mittelspannungskabel künstlich altern lassen, um aus diesem Prozess physikalische Alterungsmodelle ableiten zu können. Mit Hilfe der Modelle kann die Restlebensdauer von im Betrieb befindlichen Kabelsystemen bestimmt werden.

Zusammen mit der N-Ergie Netz GmbH, der N-Ergie Service GmbH und weiteren Partnern haben sich die Forscher unter der Leitung von Privatdozent (PD) Dr. Christian Weindl vom Lehrstuhl für Elektrische Energiesysteme der Universität Erlangen-Nürnberg die neuartigen Mess- und Diagnoseverfahren patentrechtlich sichern lassen. Die bisher für Papier-Massekabel ausgelegten Instrumente sollen bald auch auf Mischkabelstrecken (Abschnitte aus Papier-Massekabeln und Kabeln aus vernetztem Polyethylen) anwendbar sein. Ziel ist es, künftig nur noch die Kabelabschnitte selektiv auszubessern, deren Qualität tatsächlich nicht mehr dem aktuellen Standard entspricht. (msz)