Positionspapier zu Erdkabeln liegt vor

Nachdem der Vorrang von Erdkabeln bei HGÜ-Leitungen beschlossen wurde, regelt nun ein Positionspapier die rechtlichen und methodischen Anforderungen.

"Wir legen ganz bewusst keine starren Richtlinien für die Netzbetreiber fest, denn die räumlichen Voraussetzungen für die einzelnen Leistungsprojekte varriieren stark", sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur (BNetzA) anlässlich der Veröffentlichung des Papiers. Wichtig sei, dass vor Ort eine individuelle Lösung gefunden werden kann. Die Regierung hatte sich Ende des vergangenen Jahres dazu entschlossen, Erdkabeln auf bestimmten Trassenabschnitten der geplanten Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) von Nord nach Süd den Vorzug zu geben. Damit soll der Netzausbau beschleunigt werden.

Der Bau von Freileitungen sei nur noch im Ausnahmefall zu prüfen. Etwa, wenn eine geschützte Tierart oder Vogelschutzgebiete eine Erdverkabelung unmöglich machen oder eine Gebietskörperschaft explizit die Prüfung eines Freileitungsabschnitts fordert. Ausgeschlossen ist in jedem Fall die Annäherung einer Freileitung an eine Wohnsiedlung, heißt es in der Pressemitteilung der Behörde.

Das Positionspapier zur Erdkabmethodik dient als Grundlage für die Netzbetreiber. Es lässt sich unter www.netzausbau.de/erdkabel-methodik abrufen. Transnet BW bewertet das veröffentlichte Papier als Startschuss für die 800 Kilometer lange HGÜ-Trasse Südlink. Zusammen mit Übertragungsnetzbetreiber Tennet werde man nun mit den Planungen für die Erdkabelstrecken beginnen. (sg)