Tacheles – Februar 2013

Frank Mastiaux, Mechthild Heil und Bodo Hombach sprechen Klartext.

»Die Energiewende ist partizipativ angelegt: Sie ist eine Mitmach- und eine Miteinander-Machen-Bewegung.«

Frank Mastiaux, Chef des EnBW-Konzerns, charakterisiert die Vergangenheit mit den Worten: „Bisher hat ein Energiekonzern die Wertschöpfungskette vom Kraftwerk  zum Kunden organisiert und durchdacht. In Zukunft müssen wir die Wertschöpfungskette umdrehen und vom Kunden zum Kraftwerk denken. Die Kunden wollen mehr Einfluss nehmen . . . Schauen Sie sich nur die Energiegenossenschaften an, die sich . . . formieren, um in Windräder oder kleine Kraftwerke zu investieren.  Wir haben viel zu tun, und das werden wir als EnBW als Team angehen. Davon abgesehen bin ich überzeugt, dass ein Manager langfristig nicht daran gemessen wird, wie laut er gesprochen hat, sondern wie gut er seine Ziele umgesetzt hat.“




»Fehlgeschlagene Privatisierungen . . . legen den Schluss nahe, dass private Unternehmen nicht immer wirtschaftlicher arbeiten als die öffentliche Hand, wenn sie gleichzeitig das Gemeinwohl im Blick behalten sollen, wie dies bei dem ‚Lebensmittel Nummer 1‘, dem Wasser, zwingend notwendig ist.«

Mechthild Heil, Beauftragte für Verbraucherschutz der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, erinnerte nach der Annahme des Richtlinienentwurfs zur Vergabe von Dienstleistungskonzessionen durch den EU-Binnenmarktausschuss an erhebliche Preissteigerungen nach der Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe, weswegen der Rückkauf der veräußerten 49,9% die Stadt umtreibe.









»Die deutsche Vorreiterschaft bei der weltweiten Verbreitung erneuerbarer Energie bewirkt – auf dem Umweg über chinesische Preisgestaltung – das vermutlich erfolgreichste Entwicklungshilfeprogramm aller Zeiten in diesem Bereich. «

Bodo Hombach, Ex-Kanzleramtsminister und zehn Jahre bis Ende 2011 Geschäftsführer der WAZ Mediengruppe, umriss mit diesen Worten im „Handelsblatt“ den Kollateralnutzen des Preisverfalls bei Solarmodulen. Er verkürze den Abstand zur technischen Zivilisation, was wichtig ist vor dem Hintergrund, dass 1,3 Mrd. Menschen Tagesreisen von der nächsten Steckdose entfernt sind. Strom bringt Information via Radio, TV oder Computer. „Die großen Revolutionen standen nicht auf dem Papier der Welterklärer, sondern im Skizzenbuch eines Tüftlers.“