Burckhard Landers (Landers Unternehmensgruppe), Michael Wübbels (VKU), Heribert Hauck (Trimet), Matthias Janssen (Frontier Economics), Thomas Gambke (Bündnis90/Die Grünen), Johann Saathoff (SPD) gestern Abend bei einer DIHK Podiumsdiskussion in Berlin. Bild: hcn

Zellularer Ansatz als Chance für Stadtwerke

Viel Sympathie für einen zellularen Ansatz, in dem Strom soweit möglich lokal erzeugt, gespeichert und verbraucht wird, gab es bei einer DIHK-Veranstaltung.

„Hieraus ergeben sich ganz neue Möglichkeiten für Stadtwerke zusammen mit anderen Unternehmen aus der Wirtschaft vor Ort Flexibilitätspotenziale zu heben und erneuerbare Energien möglichst effizient regional zu nutzen“, unterstrich Michael Wübbels, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU).

Dies minimiere zum einen die Netzausbaukosten und eröffne zudem kommunalen Unternehmen neue, innovative Geschäftsfelder. Deshalb sei der VKU dabei, gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen, zellulare Ansätze weiter zu entwickeln. Vorreiter seien hierbei derzeit N-Ergie und EWE. Wübbels unterstrich, dass es bei dem zellularen Ansatz auch darum gehe, den zeitweilig anfallenden Überschussstrom auch in den Nachbarregionen effizient für die Sektorenkopplung zu nutzen und zu verteilen. Er verwies darauf, dass die „Hocheffizienztechnologie KWK“ hierbei eine wichtige Rolle spiele, gerade dann wenn sie regenerativ betrieben werde.

Für diesen Ansatz gab es bei der DIHK-Podiumsdiskussion zur Energiewende gestern Abend in Berlin viel Sympathie. So verwies Thomas Gambke, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen auf die zentrale Rolle die Stadtwerke spielen können, um Stromerzeugung und -verbrauch regional möglichst sinnvoll auszubalancieren. Kombiniert werden müsse dies mit einer leistungsbezogenen Reform der Netzentgelte sowie einer Entlastung der Stromtarife von der EEG-Umlage durch eine Fondslösung.

MdB Thomas Saathoff, energiepolitischer Koordinator der SPD-Bundestagsfraktion, verwies ebenfalls auf die Chancen einer solchen Regionalisierung. Die Gretchenfrage sieht er in einer Entlastung des EEG durch die Sektorenkopplung sowie einer Balance zwischen einer Netzentlastung und einem nötigen Netzausbau. „Hierbei gibt es viele klügere Möglichkeiten als Netzengpassgebiete“, unterstrich er.

Die Chancen einer Flexibilisierung unterstrich auch Heribert Hauck, Leiter der Energiewirtschaft bei Trimet. Das Unternehmen betreibt vier Aluminiumhütten und ist derzeit dabei eine Pilotanlage auf einen flexiblen Betrieb umzurüsten. Eine Refinanzierung sei allerdings bei den derzeitigen Strompreisen schwierig. Deshalb plädiert Hauck für die Einführung der Ausschreibung von Flexibilitätsmengen. (hcn)