Zuständigkeitenwechsel bei den ÜNB

Übertragungsnetzbetreiber Tennet wird künftig einen Teil der Süd-Ost-Trasse verantworten, Amprion erhält dafür den Nord-Teil des A-Korridors.

Die vier Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und Transnet BW haben sich über neue Verantwortlichkeiten für den Bau und Betrieb der Gleichstromleitungen (HGÜ) verständigt. Die Vereinbarung sieht im Grundsatz folgende Zuständigkeiten vor: Weil sich die Endpunkte der Gleichstromleitung "Süd-Ost-Passage" von Gundremmingen nach Isar in die Regelzone von Tennet verschieben, übernimmt Tennet die Verantwortung für den bayerischen Abschnitt. 50Hertz wird weiterhin den nördlichen Teil der "Süd-Ost-Passage" von der bayerischen Landesgrenze bis nach Wolmirstedt bei Magdeburg verantworten. Der bisherige Übertragungsnetzbetreiber Amprion, der bereits den südlichen Teil des Korridors A (Ultranet) mit Transnet BW umsetzt, wird im Gegenzug nun die komplette Strecke des Korridors A Nord umsetzen. Nötig machte der Zuständigkeitenwechsel die neuen gesetzlichen Regelungen zum Netzausbau: Nun gilt beim Errichten von HGÜ-Leitungen ein Vorrang für Erdkabel.

Laut Bundesnetzagentur(BNetzA)-Präsident Jochen Homann, habe der Wechsel verschiedene Vorteile, so lasse sich die Akzeptanz für die Trassen vor allem in Bayern steigern. Die vier Netzbetreiber mahnen, dass das Projekt ohne Verzug umzusetzen sei. Die Kosten für die netzstabilisierenden Maßnahmen lagen ihnen zufolge im vergangenen Jahr bereits bei einer Milliarde Euro. Die Ursache liege vor allem am fehlenden Netzausbau von Nord- nach Süddeutschland.

In Bayern wird der Zuständigkeitstausch begrüßt: "Wichtig ist zunächst, dass die Unsicherheit, welches Unternehmen verantwortlich ist, jetzt einvernehmlich ausgeräumt werden konnte und Klarheit darüber besteht, dass Tennet Projektträger ist", sagte Bayerns Energieminister Ilse Aigner. Man sei zuversichtlich, dass Tennet die Planungsarbeiten fundiert, transparent, zügig und mit intensiver Einbeziehung der Bürger durchführen werde. Die innovativen Ansätze des Übertragungsnetzbetreibers aus Bayreuth bei der Bürgerbeteiligung des Netzausbauprojekts "Ostbayernring" seien vor allem bei Landräten und Bürgermeistern der Region auf positive Resonanz gestoßen, lobte Aigner. (sg)