Krefeld erwägt Wasser-Flatrate

Angesichts eines seit Jahren rückläufigen Wasserverbrauchs überlegen die Stadtwerke Krefeld, eine Wasser-Flatrate einzuführen.

Damit wolle man die Bürger zu einem höheren Wasserverbrauch ermuntern. So zitiert die Regionalpresse Pressesprecher Dirk Höstermann. Denn der sparsame Verbrauch kommt den kommunalen Energieversorger teuer zu stehen: Leitungen und Kanäle müssen häufiger geflutet werden, um Verkeimungen vorzubeugen. Die Flatrate würde den Verbrauchern einen pauschalen Frischwasser-Preis bieten, unabhängig von ihrem jeweiligen Verbrauch.

Andernorts nahm man die Krefelder Idee mit Skepsis auf: Die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft (RWW) in Mülheim an der Ruhr, eine RWE-Konzerngesellschaft, weist darauf hin, dass mit steigendem Wasserverbrauch auch der Energieverbrauch nach oben gehe. Auch die Stadtwerke Düsseldorf beschäftigten sich eigenen Angaben zufolge nicht mit dem Thema. Die Enni Stadt & Service Niederrhein finden die Idee zwar interessant, sie passe allerdings nicht in eine Zeit, in der es darum gehe, ein Bewusstsein für den sorgsamen Umgang mit Ressourcen zu schärfen.

Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen, Hans-Joachim Reck betont jedoch, dass es für übertriebenes Wassersparen in Deutschland keinen Anlass gebe. Der Effekt hebe sich ohnehin auf, wenn die Wasserversorger bei einem niedrigen Verbrauch ihre Leitungen immer häufiger durchspülen müssten, um hohe Qualitätsstandards zu garantieren. (sg)