Handelsblatt moniert Preistreiberei

Vorwurf: Im Wassermarkt stellten die Kommunen marktwirtschaftliche Gesetze auf den Kopf.

Das Handelsblatt hat sich heute mit dem deutschen Wassermarkt auseinander gesetzt ("Wasserschutzgebiet Deutschland"). Es wurde das kommunal geprägte System in Deutschland angeprangert. "Gegen das Monopol der Stadtwerke hatten wir im Wettbewerb keine Chance", wird Jean-Marc Boursier, Finanz-Chef von Suez Environnement, zitiert.

Die Zeitung ist der Meinung, dass es den 6000 Wasserversorgern traditionell gelingt, Preisbrecher außen vorzuhalten und satte Erträge einzufahren. Dies zeige sich beim Durchschnittspreis von Wasser und Abwasser von 5,34 €/m3. Damit liege Deutschland europaweit an der Spitze, während Länder wie Spanien und Italien bei Preisen von 2,23 bzw. 1,06 €/m3 lägen.

Angeprangert wurde auch die jüngsten Preiserhöhungen von Wasserversorgern wie Gelsenwasser, die im Ruhrgebiet eine Anhebung von 20 % umsetzen. Dabei wurde auf die Vorsteuerrendite des Konzerns verwiesen, die bei 9 % liege. Nicht verstehen konnte der Autor Christoph Schlautmann, dass jetzt, durch den demographischen Wandel und rückläufige Verbräuche, die Preise nicht fielen. "Preistreiber sind also aus Sicht der Anbieter die Haushalte, die weniger Wasser verbrauchen." Die höheren Kosten für die Aufrechterhaltung der Netzinfrastruktur ist nicht integrierbar in das vom Handelsblatt aufgezeigte marktwirtschaftliche Modell. (al)