Zu viel Stickstoff-Eintrag schadet den Trinkwasser-Ressourcen, da sich der Nitrat-Gehalt im Grundwasser erhöht. Bild: Jennifer Kolling / pixelio.de

Düngerecht: Hoftorbilanz kommt doch

Nun gibt es eine Einigung zur Hoftorbilanz für viehstarke Betriebe, sie soll aber "flächenbezogenes Bilanzierungssystem zur Nährstoffermittlung" heißen.

Die Agrarsprecher von CDU/CSU und SPD, Franz-Josef Holzenkamp und Wilhelm Priesmeier, haben sich am Freitag auf die Einführung der Hoftorbilanz für viehstarke Betriebe geeinigt, berichtet das Onlineportal Topagrar. Demnach soll diese aber offiziell unter dem Namen "flächenbezogenes Bilanzierungssystem zur Nährstoffermittlung" heißen. Betroffen sind demnach Betriebe mit mehr als 2000 Mastschweinen oder mehr als drei Großvieheinheiten. Für sie ist spätestens bis zum 1. Januar 2018 eine Bilanzierung ihrer Nährstoffströme verpflichtend. Eine Ausweitung auf alle Betriebe sei von Seiten der SPD nicht ausgeschlossen, heißt es weiter. Damit ist auch der Weg für die Reform der Düngegesetzgebung frei, die sich aus Düngegesetz, Düngeverordnung und Anlagenverordnung zusammensetzt.

Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), kommentierte die Einigung als einen "guten ersten Schritt" für die kommunale Wasserwirtschaft. Es dürfe aber nicht nur bei der Einführung der Hoftorbilanz bleiben: Die Bundesregierung müsse jetzt möglichst rasch vollziehbare Vorgaben in der Düngeverordnung vorlegen, die es den zuständigen Behörden ermöglicht, die Anwendung von Düngemittel wirkungsvoll zu kontrollieren und bei Nichteinhalten auch zu sanktionieren. (sg)