Tesla will bis zu 500.000 Fahrzeuge der Typen Model 3 und Y in der neuen Fabrik produzieren.
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Tesla-Fabrik: Diskussionen um die Wasserversorgung

Die geplante Fertigung des US-Auto-Herstellers in Brandenburg benötigt viel Wasser. Der regionale Wasserverband sieht dadurch die öffentliche Versorgung gefährdet. Auf dem Gelände gibt es aber noch ganz andere Probleme.

Brandenburgs Umweltminister Axel Vogel (Grüne) lässt Fragen zur Wasserversorgung und zur Abwasserentsorgung im Zusammenhang mit der geplanten Fabrik des US-Elektroautobauers Tesla vorerst offen. Die Prüfung sei noch nicht abgeschlossen, sagte Vogel am Mittwoch im Landtag in Potsdam auf die Fragen zweier Abgeordneter der AfD und der Freien Wähler. Die zuständigen Behörden arbeiteten an rechtssicheren Lösungen. Er könne dem Ergebnis des Genehmigungsverfahrens nicht vorgreifen.

Der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) sieht die öffentliche Versorgung mit Trinkwasser mit der Ansiedlung von Tesla in Grünheide im Kreis Oder-Spree gefährdet. Das Landesamt für Umwelt steht dazu laut Regierung im Kontakt mit dem Verband. Die Gemeinde Grünheide prüft nach Angaben des Umweltministeriums im Rahmen einer umweltrechtlichen Genehmigung, ob die Versorgung mit Trinkwasser gesichert ist. Die Untere Wasserbehörde des Landkreises ist zuständig für die Genehmigung der Abwassereinleitung und für wassergefährdende Stoffe.

Hoher Trinkwasserverbrauch

Tesla will in der Fabrik nach einem Ausbau bis zu 500.000 Fahrzeuge der Typen Model 3 und Y sowie künftiger Modelle pro Jahr fertigen. Nach bisherigen Planungen braucht Tesla bis zu 372 Kubikmeter öffentliches Trinkwasser pro Stunde. 252 Kubikmeter Abwasser fallen demnach in der Stunde an, wie aus dem Bericht der Umweltverträglichkeit von Tesla hervorgeht.

Unterdessen sind weitere Probleme auf dem Gelände bekannt geworden. Vor dem Baubeginn der Tesla-Fabrik muss das Gelände von Kriegsmunition befreit werden. Bislang sind nach Angaben des Brandenburger Innenministeriums auf fast 60 Hektar 85 Kilogramm Kampfmittel geborgen worden. Schätzungsweise gibt es 220 Bombentrichter auf dem Gelände, wie ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch mitteilte.

Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg

Außerdem wurden bisher sieben amerikanische Bomben gefunden, sagte Umweltminister Vogel am Donnerstag im Landtag in Potsdam. „Es ist geplant, die Bomben zu sprengen.“ Weil die Bomben einen Wirkradius von 600 Metern hätten, werde dafür die Autobahn 10 (Berliner Ring) zwischen den Anschlussstellen Freienbrink und Erkner ebenso gesperrt wie eine Landesstraße. Der Zeitpunkt sei offen. Die Bahnstrecke Berlin-Warschau ist demnach nicht betroffen.  (dpa/hp)