Mehrere Lkws mit "Trinkwasserblasen" mit 5000 Litern versorgen die betroffenen Bewohner von Langenhagen.
Bild: © Pierre Graser/THW

Langenhagen: Enercity kämpft seit einer Woche mit Wasserverunreinigung

Das Problem wurde rasch erkannt, aber die Behebung braucht Zeit. Der Hannoveraner Versorger hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Mittlerweile seit einer Woche kämpft Enercity mit einer Verunreinigung des Wassers in einem Teilgebiet von Langenhagen nördlich von Hannover. Von dem Problem, das sich unter anderem durch Schaumbildung bemerkbar machte, sind 2000 Haushalte in etwa 30 Straßenzügen betroffen. Der Versorger hatte das Problem bereits am 28. Oktober erkannt und die räumliche Ausweitung gestoppt.

Rasch erhärtete sich der Verdacht, dass es sich bei der Substanz im Wasser um ein Reinigungsprodukt handelt. Herkunft und exakte Zusammensetzung der Substanz würden weiter ermittelt, teilt Enercity mit. Bereits kurz nach Bekanntwerden der Verunreinigung hat das Unternehmen Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Laut Presseberichten verdichten sich mittlerweile die Anzeichen, dass ein Gewerbebetrieb der Verursacher ist.

Versorgung in der Pandemie

Die Anwohner werden über mehrere Wasserentnahmestellen von Enercity und dem Technischen Hilfswerk (THW) versorgt. Bäcker, Friseure, Ladenbetreiber, Lieferservice-Anbieter und weitere Kunden bei speziellen Wasser-Anforderungen werden besonders unterstützt. Die betroffenen Privathaushalte können Duschgelegenheiten in einer Sporthalle nutzen, Hilfsbedürftige werden eigens unterstützt – alles natürlich unter Einhaltung der Pandemie-Vorsorgemaßnahmen.

Seit Donnerstag kann nun in einem Teilgebiet, in dem bislang ein Nutzungsverbot galt, das Trinkwasser wieder verwendet werden. Allerdings sollten die 400 Haushalte und Betriebe in diesem Bereich ihre Hausinstallationen vorher durchspülen. Am Samstag war Enercity davon ausgegangen, dass es bis zur vollständigen Freigabe bis zu drei Wochen dauern könnte.

Aufwendige Untersuchungen

Bei den Messreihen zeigten die vorliegenden Laborberichte zwar keine kritischen Abweichungen von Normwerten auf. Die Analysen müssten jedoch über mehrere Tage akribisch weitergehen, um mögliche Auswirkungen des Fremdeintrags auszuschließen, teilt Enercity mit.

Derzeit laufen aufwendige Analysen, die äußerst komplex seien. Hierfür arbeitet der Versorger nach wie vor mit hochspezialisierten Laboren und Gutachtern auch außerhalb Hannovers zusammen. Die Proben werden „bebrütet“, weshalb die Analyse mehrere Tage dauern kann. Die daraus resultierenden Werte bestimmen das weitere Vorgehen. (hp)