In Zeiten von Corona pflegen viele Menschen ihren Garten besonders gut.
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Wasserversorger beobachten steigenden Verbrauch

Die Trockenheit führt dazu, dass die Wasserabgabe bereits auf Hochsommer-Niveau liegt. In Niedersachsen sollen die Bürger aufs Rasensprengen verzichten, während sie in Rheinland-Pfalz Bäume gießen sollen.

In dem sehr trockenen Frühjahr wird in Niedersachsen nach Beobachtung der Wasserversorger überdurchschnittlich viel Trinkwasser verbraucht. «Der Verbrauch ist gestiegen», stellt Henning Schlaefke, Geschäftsführer des Wasserverbandes Nordhannover, fest. Es lasse sich vermuten, dass die Menschen in Zeiten von Corona ihre Gärten besonders gut pflegen und gießen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Der Verband versorgt Burgwedel und andere Orte im Norden von Hannover mit Wasser.

Nach Angaben des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) in Brake liegt der Wasserverbrauch bereits auf Hochsommer-Niveau. Über das Pfingstwochenende hätten die 15 Wasserwerke des Verbandes täglich rund 300.000 Kubikmeter Trinkwasser abgegeben – fast ein Drittel mehr als im Tagesdurchschnitt.

Gärten weniger wässern

Der Verband appellierte an die Bevölkerung, Gärten und Grünflächen nicht mit Trinkwasser zu wässern und auf das Rasensprengen zu verzichten. Wer Wasser spare, trage zur Stabilisierung der Versorgung bei, sagte Bereichsleiter Andreas Körner. Er stellte aber klar: «Es ist genug Wasser da, um den üblichen Bedarf zu decken.»

Auch in Rheinland-Pfalz macht sich die Trockenheit bemerkbar. In Städten wie Mainz und Trier hat Wassermangel viele Wiesen schon gelb werden lassen, und die Menschen kommen mit dem Bewässern von Balkon und Garten kaum nach. Dabei hat der Sommer aus Sicht der Meteorologen gerade erst begonnen, im Kalender steht der Sommeranfang erst am 20. Juni.

Weniger Schmelzwasser

Die Reserven im Wasserkreislauf – vom Grundwasser über Oberflächenwasser bis zu den Schneedecken in den Alpen – seien im unterdurchschnittlichen Bereich, sagte Hydrologe Jörg Uwe Belz von der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz. Normalerweise werde der Rhein in dieser Jahreszeit auch mit Schmelzwasser gespeist. «In diesem Jahr ist es leider so, dass die Schneerücklagen auch unterdurchschnittlich ausfallen.»

Allerdings werden in Mainz die Bürger nicht zum Wassersparen aufgerufen – eher im Gegenteil. Die Stadt hatte ihre Bürger schon Ende April gebeten, Bäume zu wässern. Das sei immer noch aktuell, sagte ein Stadtsprecher. Denn: «Es ist nicht nur extrem trocken, sondern es wird auch noch wärmer.» Die Bäume bräuchten große Mengen an Wasser, andernfalls könne es zu dauerhaften Schäden kommen.

Stadtbäume gießen

Ludwigshafen bittet seine Bürger, die Stadtbäume vor ihrem Grundstück am besten täglich mit mindestens zehn Liter Wasser zu gießen, wie Sprecher Florian Bittler sagt. «Die Stadt selbst wässert aufgrund der anhaltenden Trockenheit seit 6. April, um Trockenschäden zu verhindern.»  (dpa/hp)