Wedel setzt Ruhestandsnachfolge Adam Krüppels um

Adam Krüppel ist bis Ende Oktober 2018 Geschäftsführer bei den Stadtwerken Wedel und geht dann in Pension. Bild: © Stadtwerke Wedel

Jörn-Peter Maurer - hier ein Archivbild von 2014 - war bis 31. Juli 2018 Geschäftsführer der Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen ("Heidjers Stadtwerke") und wird am 1. September 2018 Geschäftsführer der Stadtwerke Wedel. Bild: Georg Eble © ZfK

Der Alleingeschäftsführer des Vorzeige-Stadtwerks bei Hamburg geht demnächst nach gut zehn Jahren in Pension. Zwei Monate lang wird er seinen Nachfolger begleiten: Jörn Peter Maurer.

Adam Krüppel (64) geht Ende Oktober in Ruhestand. Die Stadtwerke Wedel bei Hamburg bestätigten der ZfK einen entsprechenden Bericht des "Hamburger Abendblatts" über ihren Alleingeschäftsführer und gaben Zusatzinformationen.

Demnach hinterlässt Adam Krüppel seinem Nachfolger Jörn Peter Maurer nach gut zehn Jahren in der Spitzenverantwortung ein Leuchtturm-Stadtwerk: Vergangenes Jahr waren die Wedeler mit dem Preis "Top 100" für Deutschlands innovativste Mittelständler" ausgezeichnet worden.

Wedel war schon vor Krüppel innovativ

Die 100-Prozent-Tochter der Stadt Wedel an der Nordseite der Elbe direkt an Hamburg grenzt, war schon 2006 unter Adam Krüppels Vorgänger Matthias Wendel als eines der ersten Kommunalunternehmen aufgefallen, das "konzernfreie" Energie außerhalb des ehemaligen Monopolgebiets vertrieb, eben in Hamburg, einer Domäne der Großkonzerne Vattenfall (Strom) und Eon (Gas). Seit Krüppels Amtszeit setzt das Querverbundunternehmen aus Strom, Gas, Wasser und Wärme vorrangig auf Photovoltaikanlagen, Ökoenergie allgemein und E-Fahrzeuge, etwa "Wedelec" genannte Pedelecs.

Glasfaser und Beleuchtung aufgebaut

Der diplomierte Elektroingenieur und gelernte Starkstrom-Elektriker baute zudem das Geschäftsfeld Telekommunikation auf, erst mit der Telekom, dann ohne sie. Es ist in der Marke "Wedelnet" angesiedelt. Auch die Straßenbeleuchtung ist eine neue Sparte. Sie ist in zwei GmbHs angesiedelt: der Straßenbeleuchtungs- und Lichtsignalanlagengesellschaft und der Beteiligungsgesellschaft mbH. Hier wollen die Stadtwerke Dienstleister für Smart Cities mit intelligenten Leuchten werden.

Auch im Netzbetrieb setzte Krüppel auf Expansion: Er holte 2013 die Energienetze in drei westlichen Nachbargemeinden. Die Stadtwerke sind zudem eine Jobmaschine: Die Belegschaft stieg in seiner Zeit von 131 auf 155 Mitarbeiter. In der Versorgerbranche ist die "rheinische Frohnatur" aus Grevenbroich, wie ihn das "Abendblatt" nennt, erst seit 2003, als er bis zu seiner Wedeler Position technischer Geschäftsführer der SWB Bremen wurde.

"Mehr Zeit für meine Familie"

Bis dahin hatte er Industrieerfahrung zuhauf gesammelt: Projektingenieur bei ABB, leitender Angestellter bei Siemens, der TÜV-Bau- und Betriebstechnik und bei Johnson Controls. "Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, aber jetzt höre ich auf, um mehr Zeit für meine Familie zu haben", so zitieren ihn die Stadtwerke Wedel.

Highlights von Nachfolger Maurer in Schneverdingen

Krüppels Nachfolger Jörn Peter Maurer war bis Ende Juli Alleingeschäftsführer der Stadtwerke Schneverdingen-Neuenkirchen, einer Beteiligung des kommunalen Netzwerks Thüga am Rande der Lüneburger Heide. Der Versorger war 2015 der erste in der langen, bis 2030 reichenden Reihe, der endgültig vom versiegenden L-Gas auf H-Gas umstellte (siehe gedruckte ZfK 11/14, 24). Auch Maurer hatte in Schneverdingen das neue Geschäftsfeld Glasfaser aufgebaut. Er verantwortete außerdem einen neuen Markenauftritt als "Heidjers Stadtwerke" (weitere Verdienste hier). Lars Weber, ehemals Geschäftsführer bei Eon Metering, ist in der Heide sein Nachfolger. (geo)