Jörg Neuhaus, Alleingeschäftsführer der Stadtwerke Frankfurt (Oder)
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Neuhaus verlässt Frankfurt (Oder)

Zum Juni 2019 werden die Positionen als Alleingeschäftsführer der "Frankfurter Dienstleistungsholding" und der Stadtwerke frei. Jörg Neuhaus geht aus persönlichen Gründen.

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Frankfurt (Oder) hat der Kündigung ihres Alleingeschäftsführers Jörg Neuhaus zum 30. Juni 2019 am Freitag zugestimmt. Neuhaus geht auch als Alleingeschäftsführer der "Frankfurter Dienstleistungsholding". Dies geht aus einer Pressemitteilung der Stadtwerke hervor.

Demnach verlässt der 50-Jährige die Kommunalunternehmen vorzeitig aus persönlichen Gründen. Er hatte im August 2016 in der brandenburgischen kreisfreien Stadt angefangen; zuvor war er bei der Stadtwerke Dinslaken Solar GmbH tätig gewesen, so die "Märkische Oderzeitung". Ihm sei diese Entscheidung schwergefallen, wird er zitiert: "Ich habe mich in der wenn auch bisher kurzen Zeit im Unternehmen sehr wohl gefühlt."

Organisator des lokalen Braunkohleausstiegs

Die bedeutendste strategische Entscheidung Neuhaus' in den gut zweieinhalb Jahren war laut Regionalzeitung der Ausstieg aus der Braunkohle und Investitionen von 60 Millionen Euro in den nächsten Jahren für einen gasbetriebenen Ersatz aus fünf Blockheizkraftwerkmotoren, einem Heizwassererzeuger und einem Wärmespeicher.

Stellenausschreibung schon auf dem Weg

Aufsichtsratschef Wolfgang Neumann, der von der Linkspartei gestellte Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, bedauerte in der "MOZ" im Namen des Kontrollgremiums Neuhaus' Kündigung "außerordentlich". Die Gründe seien aber "nachvollziehbar und zu akzeptieren“. Neuhaus habe die Stadtwerke auf Erfolgskurs gehalten und wichtige Investitionen angeschoben. Die Ausschreibung der Stelle sei bereits in die Wege geleitet.

Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) sind laut Unternehmenswebsites ein Strom-, Gas- und Fernwärmeversorger mit 100 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 72 Mio. Euro. Sie gehören zu 51 Prozent der "Frankfurter Dienstleistungsholding", zu 39 Prozent dem Verteilnetzbetreiber Edis und zu zehn Prozent der Oldenburger EWE Vertrieb. Schwestergesellschaften sind die FAW Frankfurter Abfallwirtschaft und die SVF Stadtverkehrsgesellschaft mbH Frankfurt (Oder). (geo)