Wasser ist unter ständiger Kontrolle der Behörden. Bild: © Sigrid Roßmann/pixelio.de

Niedersachsen: 5,2 Mio. Euro für den Grundwasserschutz

Das Land Niedersachsen hat einen Finanzhilfevertrag mit der Enercity AG geschlossen. Für das Wasserschutzgebiet Fuhrberger Feld stehen nun 5,2 Mio. Euro zur Verfügung.

Seit 25 Jahren gibt es in Niedersachsen das „Kooperationsmodell Grundwasser“. Landesweit sind darin zur Zeit auf rund 300 000 Hektar land- und forstwirtschaftlicher Nutzfläche 74 Kooperationen zusammengefasst – das Ziel ist die Sicherung der Grundwasserqualität. An diesem Netzwerk zum Trinkwasserschutz sind 147 Wasserversorgungsunternehmen und rund 12 000 landwirtschaftliche Betriebe beteiligt. Die Arbeit in den örtlichen Kooperationen wird durch Finanzhilfeverträge zwischen den jeweiligen Wasserversorgungsunternehmen und dem Land Niedersachsen geregelt; das Land stellt jährlich rund 18 Mio. Euro für freiwillige Maßnahmen zum Trinkwasserschutz sowie für die Beratung von Landwirten zur Verfügung.

Das Fuhrberger Feld ist Niedersachsens größtes zusammenhängendes Wasserschutzgebiet. Hier unterstützt das Umweltministerium die örtliche Initiative „Kooperationsmodell Grundwasser“, in der die Belange der Wasserwirtschaft sowie der Land- und Forstwirtschaft mit 5,2 Mio. Euro abgesprochen und koordiniert werden. Einen entsprechenden Finanzhilfevertrag haben das Land und die Enercity AG jetzt für die nächsten fünf Jahre abgeschlossen. Umweltminister Olaf Lies führt dazu aus: „Wie wichtig derartige Kooperationen sind, zeigt der erst jüngst vorgestellte und besorgniserregende Nährstoffbericht der Landesregierung. Vielerorts ist der Nitrateintrag durch die Landwirtschaft zu hoch und belastet unsere Gewässer.“

Trinkwasserverordnung und Pflanzenschutzrecht müssen harmonisert werden

Vor diesem Hintergrund seien eine konsequente Umsetzung der 2017 novellierten Düngeverordnung sowie die Weiterentwicklung von Gewässerschutzberatung und freiwilligen Vereinbarungen zum Grundwasserschutz dringend geboten, fordert der Minister. Susanna Zapreva, Vorstandsvorsitzende der Enercity AG, wurde konkreter: „Die Lücke zwischen den Anforderungen der Trinkwasserverordnung und den Vorgaben des Pflanzenschutzrechts muss dringend geschlossen werden.“ Speziell geht es ihr darum, dass im Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln zukünftig die Grundwasserqualität stärker zu berücksichtigen sein müsste.

Die Enercity AG gewinnt jährlich im Wasserschutzgebiet „Fuhrberger Feld“ rund 40 Mio. Kubikmeter Trinkwasser für die Landeshauptstadt Hannover und weitere Städte und Gemeinden im umliegenden Versorgungsgebiet. Das entspricht 90 Prozent des Gesamtbedarfs der etwa 700 000 Menschen. Beim Schutzkonzept für das Fuhrberger Feld steht neben den freiwilligen grundwasserschonenden Maßnahmen – zum Beispiel Zwischenfruchtanbau im Winterhalbjahr und mehrjährigem extensivem Feldgrasanbau – besonders die gezielte Beratung von Land- und Forstwirtschaft im Fokus. Es geht immer darum, die Nitrateinträge wirksam zu reduzieren. Die über weite Strecke im Hannoveraner Umland angepflanzten Nadelholzbestände sollen zudem in Laubmischwald umgewandelt werden. Zu diesem Zweck wurden bereits mehr als 13 Mio. Laubbäume gepflanzt. (sig)