60 Millionen Liter Trinkwasser pro Tag liefern die SWM aus dem Loisachtal nach München. Das Bild zeigt die Südkaverne in Oberau im Loisachtal. Bild: © SWM

Streit um Trinkwasser für Münchner Umland

Die SWM sollen künftig nur noch Haushalte in der Stadt München mit Trinkwasser beliefern dürfen. Zwei Gemeinden im Umland wollen dagegen klagen.

Das Landratsamt von Garmisch-Partenkirchen hat beschlossen, dass die Stadtwerke München (SWM) einige Kommunen aus den Landkreisen München und Dachau ab 2026 nicht mehr mit Trinkwasser aus dem Loisachtal (Landkreis Garmisch) beliefern dürfen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) in ihrer heutigen Ausgabe. Die oberbayerische Behörde beruft sich in ihrem Beschluss von Anfang des Jahres auf das Wasserhaushaltsgesetz. Dieses sieht vor, dass die Wasserversorgung vorrangig aus ortsnahen Vorkommen zu decken ist. Zudem greife die Wasserentnahme im Loisachtal in ein geschütztes Feuchtgebiet ein, heißt es. Betroffen von dem Beschluss sind die Gemeinden Hohenbrunn, Neubiberg, Ottobrunn, Neuried und Unterhaching im Landkreis München sowie Bergkirchen im Landkreis Dachau.

Innerhalb einer Frist von fünf Jahren müssen die betroffenen Gemeinden nun nachweisen, dass eine eigene Wasserversorgung nicht möglich ist. Ansonsten müssen sie bis 2026 eine eigene Wasserversorgung aufbauen. Gemeinden wie Neubiberg und Unterhaching haben bereits Klage gegen den Bescheid aus Garmisch-Partenkirchen angekündigt. "Wir rechnen durchaus damit zu gewinnen", sagt Referent Simon Hötzl, Referent des Bürgermeisters in Unterhaching gegenüber der "SZ". Die Gemeinde wird seit den 1960er Jahren von den Stadtwerken München mit Trinkwasser versorgt und hat nach Auskunft Hötzls nicht genügend Platz für die nötigen Wasserschutzgebiete. Die Gemeinde Neubiberg hofft hingegen auf eine außergerichtliche Einigung. Für den Fall, dass die Gemeinden keine eigene Wasserversorgung aufbauen oder ihr Wasser aus Nachbargemeinden beziehen können, sollen sie offenbar weiterhin wie bisher ihr Wasser von den SWM geliefert bekommen.

Die Stadtwerke München benötigen 300 Millionen Liter Trinkwasser am Tag. 20 Prozent davon stammen aus dem Loisachtal, die restlichen 80 Prozent aus dem Mangfalltal. Haushalte in der Stadt München sollen auch künftig mit Trinkwasser aus dem Loisachtal beliefert werden können. (hoe)