Auch hier fehlt das obligatorische Desinfektionsmittel nicht: (von links) Geschäftsführerin der SW Kelheim Sabine Melbig, Bürgermeister Horst Hartmann, Technischer Leiter Philipp Walk Bild: © Stadtwerke Kelheim / C.Holzer

Kelheim rüstet sich für die Krise

Wie der Einsatz von Mitarbeitern im Krisenmodus gelingt, zeigen die Stadtwerke Kelheim. Auch an Kunden, die das mittlerweile geschlossene Kundencenter aufsuchen, wurde gedacht.

Gerade erst wurde der Katastrophenfall in Bayern ausgerufen. Die Stadtwerke Kelheim haben bereits konkrete Maßnahmen zur Sicherung der Energie- und Trinkwasserversorgung in Kelheim getroffen.

Der Katalog umfasst Vorkehrungen in den Sparten Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser. Die Mitarbeiter werden hier in jeweils zwei Teams unterteilt. Jedes Team ist eine Woche im Einsatz, während das andere Team zu Hause ist. Anschließend erfolgt ein wöchentlicher Wechsel. Im Fall einer Ansteckung bleiben die Mitarbeiter des Parallelteams dadurch weiterhin arbeitsfähig.

Hausanschlüsse nur noch in Neubauten
 
Hausanschlüsse werden künftig nur in Neubauten und nicht mehr in bewohnten Gebäuden durchgeführt. Auch erfolgen aktuell keine Zählerwechsel mehr. Sollte das Biowärmenetz in Kelheim tatsächlich ausfallen, kann die Versorgung sofort über die Gaskessel aufgenommen werden. Die Kapazitäten dafür sind groß genug.
 
„Die Aufrechterhaltung des Netzbetriebs und der Schutz unserer Mitarbeiter steht für uns im Vordergrund. Wir beobachten die aktuelle Lage und werden unsere Vorsorgemaßnahmen täglich neu bewerten. Unsere Kunden können sich auf uns verlassen“, so Geschäftsführerin der Stadtwerke, Sabine Melbig. „Die Grundversorgung mit Strom und Trinkwasser ist gewährleistet.“

Trinkwasser: Keine tägliche Kontrolle vor Ort nötig
 
Im Bereich der Trinkwasserversorgung können alle Anlagen von der Leitwarte aus gesteuert und geregelt werden. Brunnen, Hochbehälter und Pumpwerke werden fernüberwacht. Eine tägliche Kontrolle vor Ort kann dadurch entfallen.

Auch hier wurden zwei getrennte Arbeitsteams gegründet, um den Betrieb zu gewährleisten. Alle geplanten Umbauten durch Dienstleister in den Bauwerken wurden bis auf Weiteres ausgesetzt. Laut Umweltbundesamt ist nach derzeitigem Kenntnisstand eine Übertragung des Corona-Virus über die öffentliche Trinkwasserversorgung höchst unwahrscheinlich.

Keine gemeiname Pause mehr vorerst

Die Stadtwerke Kelheim haben ihre Mitarbeiter verstärkt auf Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen hingewiesen. Desinfektionsmittel wurden dafür bereitgestellt. Zur Verringerung des Ansteckungsrisikos wurden alle nicht notwendigen Schulungen, Workshops, Dienstreisen und Meetings verschoben. Die Kommunikation erfolgt weitestgehend telefonisch und digital. Auch auf die gemeinsame Brotzeit werden die Mitarbeiter in den nächsten Wochen verzichten.
 
Die Stadtwerke Kelheim haben sich dazu entschlossen bis auf Weiteres das Kundencenter zu schließen. Sollte dennoch ein Kunde persönlich im Kundencenter erscheinen, steht vor Ort ein Telefon bereit. Über dieses kann er mit den Mitarbeitern Kontakt aufnehmen und sein Anliegen sofort klären. (sg)