In Bayreuth brach am Samstagmorgen, 23. Februar 2019, eine Trinkwasser-Hauptleitung in der Nibelungenstraße und legte die Versorgung lahm. Bild: © Nicolas Armer/dpa

Bayreuth: Reihe von Rohrbrüchen

Eine Wasserleitung, die das Rohrnetz der Stadt direkt mit dem Hochbehälter verbindet, ist am Samstag in Bayreuth gebrochen. Die Hälfte der Stadt war mehrere Stunden lang ohne Trinkwasser. Und am Sonntag kam es zu weiteren Havarien.

Am Samstag ist um 8 Uhr morgens in der Nibelungenstraße in Bayreuth eine Hauptwasserleitung gebrochen. Es handelt sich um eine Leitung aus Grauguss mit einer lichten Weite von 32,5 Zentimetern. Vermutlich durch den Druck innerhalb des Rohres löste sich im oberen Bereich eine große Platte – sie wurde quasi angehoben. Schnell liefen rund 50.000 Liter Wasser aus, die die Straßen auf dem Bayreuther Wilhelmsplatz überfluteten. Durch den plötzlichen Druckabfall im Rohrsystem der Wasserversorgung wurde in dem Hochbehälter, der die Leitung speist, automatisch eine Schutzklappe geschlossen.

Der Rohrbruch führte dazu, dass in etwa der Hälfte der Gebäude von Bayreuth die Wasserversorgung zusammenbrach; lediglich Einrichtungen, die auf Wasser nicht verzichten können, wurden über ein Notsystem weiter versorgt, darunter auch ein Dialysezentrum und weitere medizinische Einrichtungen. Dass so weite Teile einer Stadt von dem Rohrbruch betroffen sind, sei außergewöhnlich, sagte der Pressesprecher der Bayreuther Stadtwerke, Jan Koch: "Das liegt daran, dass diese spezielle Leitung betroffen war, an der der Hochbehälter angeschlossen ist."

Sechs Meter Graugussleitung getauscht

Die Stadtwerke machten sich sofort an die Behebung des Schadens. Die meisten Haushalte hatte gegen Mittag wieder Wasser, die letzten, höhergelegenen Straßen waren gegen 16.30 Uhr wieder versorgt. Die Techniker der Stadtwerke haben das betroffene Graugussrohr auf einer Länge von sechs Metern ausgetauscht und die Ansatzstücke mit Muffen gesichert. Damit ist der Schaden am Wassernetz behoben, doch die Erd- und Straßenbauarbeiten werden noch einige Tage in Anspruch nehmen.

Durch den Bruch und das Leerlaufen der Leitung konnte am Samstag Luft in das Bayreuther Wasserrohrnetz gelangen. Dies ist aller Wahrscheinlichkeit nach der Grund dafür, dass sich in den frühen Morgenstunden des Sonntag ein weiterer Rohrbruch in Bayreuth ereignete, und zwar in der Neckarstraße im Osten der Stadt: "Die Luft, die in der Leitung war, komprimiert sich, wenn der Wasserdruck wieder steigt", erläuterte Koch. Ein Druckstoß durch eine solcherart komprimierte Luftblase habe wahrscheinlich die Trinkwasserleitung unter der Neckarstraße gesprengt.

Folgeschäden waren keine Überraschung

Durch den erneuten Wasserrohrbruch waren lediglich drei Hochhäuser von der Wasserversorgung abgeschnitten. Dabei hatten die Mitarbeiter der Stadtwerke Bayreuth durchaus Probleme: Als sie das Rohr bereits repariert hatten und die Leitung wieder in Betrieb nehmen wollten, kam es zu zwei weiteren Rohrbrüchen. Doch der Pressesprecher ist nicht überrascht. Teile des Wassernetzes seien komplett leergelaufen, zusätzlich habe sich viel Luft in den Rohren gesammelt, da habe man mit Folgeschäden rechnen müssen. (sig)