Berlin: Duschverbot wegen Legionellen

Mit einem Duschverbot müssen die Bewohner einer Berliner Wohnanlage zurechtkommen, in der Legionellen festgestellt worden sind.

Bei einer Routineprüfung der Trinkwasseranlage wurden in dem Wohnhaus 16 300 kolonienbildende Einheiten (KBE) pro 100 Milliliter Wasser gemessen. Der Grenzwert, bei dem die Hausbesitzer Gegenmaßnahmen ergreifen müssen, liegt bei 100 KBE pro 100 Milliliter. Eine akute Gesundheitsgefährdung besteht ab 10 000 KBE. Dann müssen die Gesundheitsämter ein Duschverbot für Bewohner und Nutzer verhängen, bis das Problem gelöst ist.

Bis zum Ende des Jahres sind Vermieter mit Warmwasseranlagen ab einem Fassungsvermögen von mindestens 400 Litern im Haus verpflichtet, die Anlage auf Legionellen untersuchen zu lassen. Nach Angaben von Techem, einem der großen Unternehmen, das die Überprüfung in den Häusern durchführt, wurde in 16 % der Proben ein Legionellenbefall oberhalb des Grenzwertes festgestellt. Doch die Gesundheitsämter der Bezirke sind überfordert. Für die wichtigen Hygienekontrollen fehlt das nötige Personal. "Es gibt zwar die politische Absichtserklärung, dass zusätzliche Hygieneaufseher eingestellt werden sollen. Doch bisher ist nichts passiert", erklärte Gesundheitsstadtrat Falko Liecke. (ad)