Leitungswasser sollte mehr und öfter genutzt werden. Dafür tritt ein Verein ein, der bald schon bundesweit tätig sein will. Bild: © RWE

Berlin: Vom Wasserkiez zur Wasserwende

Das Leitungswasser in Deutschland ist einwandfrei als Trinkwasser geeignet. Ein Verein hat sich deswegen zum Ziel gesetzt, in möglichst vielen Stadtvierteln das Leitungswasser mehr ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Im Berliner Mariannenviertel und seiner Nachbarschaft haben A-Tip-Tap e.V., die Berliner Wasserbetriebe, das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und weitere Partner zwei Jahre lang einen sogenannten „Wasserkiez“ etabliert. Die Bilanz: zwei Trinkbrunnen, 50 Refill-Stationen zum Auffüllen von Trinkflaschen und zwei neue Trinkbecken in Bildungseinrichtungen konnten eingerichtet werden. Knapp 5.000 Menschen wurden zu Leitungswasser aufgeklärt und mehr als zwanzig Bildungsangebote in Schulen und Kitas durchgeführt.

Das Kreuzberger Pilotprojekt wird nun mit Förderung der Nationalen Klimaschutzinitiative in zwölf weiteren Wasser-Quartieren bundesweit umgesetzt, unter anderem in Berlin-Moabit. Firmen wie Quartiermeister und Einhorn Kondome sowie öffentliche Einrichtungen wie das Kreuzberger Jugendamt sind von Wasser aus Plastikflaschen auf Leitungswasser umgestiegen und positionieren sich mit dieser Entscheidung für Leitungswasser, für Klimaschutz und gegen Plastikmüll.

Wasserquartiere sollen bundesweit entstehen

Die Bezirksstadträtin Clara Herrmann ist Schirmherrin des Berliner Pilotprojektes. Sie sagte, dass das „Wasserkiez“-Engagement vieler Bürger den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bereichere: „Wir können eine positive Bilanz ziehen. Es liegt mir am Herzen, das gute Berliner Trinkwasser im ganzen Bezirk verfügbar zu machen. Unser Leitungswasser schmeckt gut, ist gesund, spart Ressourcen und schützt das Klima. In den letzten Jahren konnten wir die Anzahl der Trinkbrunnen deutlich erhöhen und werden dies weiter vorantreiben.“

Der Wasserkiez dient als Pilotprojekt für das neue bundesweite Projekt „Wasserwende“. Gemeinsam mit den lokalen Wasserversorgern und weiteren Partnern vor Ort fördert der Verein den Konsum von Trinkwasser. Denn durch den Umstieg von Flaschen- auf Trinkwasser müssen bereits rund 500.000 Einwohner in den Wassser-Quartieren keine Flaschen mehr durch die Gegend tragen und sparen überdies bares Geld. Neben Berlin-moabit sind auch Orten wie Chemnitz, Karlsruhe und Marburg dabei. (sig)