Mit Millionen Euro haben die Stadtwerke Rastatt die Wasserwerke in den vergangenen Jahren saniert.
Bild: © Stadtwerke Rastatt

Rastatt: Wieder Wasserprobleme

In einem Stadtteil von Rastatt gibt es erhöhte Werte eines PFC-Stoffs. Ursache dafür sind nicht nur die bekannten Bodenverunreinigungen, sondern auch die überraschende Absenkung des Leitwerts.

Bewohner des Ortsteils Förch der baden-württembergischen Stadt Rastatt erhalten derzeit von den Stadtwerken Rastatt Erstattungen für die Käufe von Mineralwasser. Haushalte, in denen Schwangere, Säuglinge und Kinder bis drei Jahren leben, können die Vergütung unkompliziert beantragen.

Hintergrund ist eine Überschreitung des Grenzwertes für PFOA um 0,002 Mikrogramm über den erlaubten 0,05 Mikrogramm pro Liter. Die Überschreitung war zustande gekommen, weil das Umweltbundesamt den Leitwert für sogenannte PFOA – einen Stoff aus der Gruppe perfluorierter Chemikalien (PFC) – von bisher 0,1 Mikrogramm auf 0,05 Mikrogramm pro Liter gesenkt hatte. Betroffen davon ist der Rastatter Stadtteil Förch, der von einem Wasserwerk in Förch versorgt wird. Im übrigen Stadtgebiet ist das Wasser in Ordnung.

Sorgen bei den Anwohnern

Dennoch ist die Verärgerung darüber groß, wie sich auf einer Infoveranstaltung zeigte. Auch deswegen, weil das nur ein weiteres Kapitel eines sich seit Jahren hinziehenden Problems ist. Die Stadtwerke Rastatt hatten vor sechs Jahren eine starke Verunreinigung des Grundwassers aufgedeckt, die durch PFC-haltigen Kompost auf den Feldern im Trinkwassergebiet entstanden war.

Seither hat das kommunale Unternehmen Millionen in die Sanierung der Wasserversorgung gesteckt. Olaf Kaspryk, Chef der Stadtwerke Rastatt, ist zu einem „Sprachrohr“ für eine nachhaltig sichere Trinkwasserversorgung geworden und setzt sich bundesweit für eine bessere Prävention ein (die ZfK berichtete).

Rasche Hilfe und mittelfristige Lösung

Um die aktuellen Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen, wird das Technische Hilfswerk (THW) im Wasserwerk Förch einen Aktivkohle-Filter installieren. Mit solchen Modulen kann „in Krisengebieten aus einem Tümpel Trinkwasser gemacht werden“, sagt Thorsten Dossow, Leiter des Rastatter THW-Ortsverbands. Parallel dazu ist der Bau einer Versorgungsleitung von Niederbühl nach Förch geplant, um künftig über eine Alternative zu verfügen. Die Kosten für die Maßnahmen liegen bei 1,5 bis 2 Mio. Euro. Zahlen müssen das am Ende die Verbraucher über den Wasserpreis. Kaspryk rechnet mit einem Anstieg um zwei Cent pro Kubikmeter.  (hp)