Trotz gesundheitlicher Bedenken wird in der Landwirtschaft viel Glyphosat eingesetzt.
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Einfacher Glyphosat-Nachweis

Forscher der Uni Leipzig haben ein leicht einsetzbares Verfahren zur Erkennung des Unkrautbekämpfungsmittels in Trinkwasser entwickelt.

Glyphosat ist immer noch ein häufig eingesetztes Herbizid, obwohl es im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Der Einsatz soll deswegen in Deutschland im Laufe dieses Jahres eingeschränkt werden – so jedenfalls die Vor-Corona-Planungen. Ab 2024 soll die Nutzung in Deutschland dann ganz verboten werden. Dann läuft voraussichtlich die Genehmigung in der EU inklusive Übergangsfrist aus.

Bis dahin ist der schnelle und möglichst wenig aufwendige Nachweis des Unkrautbekämpfungsmittels ein wichtiges Thema, dem sich Wissenschaftler der Universität Leipzig und der Technischen Universität Dresden in Zusammenarbeit mit drei sächsischen Firmen seit mehr als einem Jahr in einem gemeinsamen Forschungsprojekt widmen. Prof. Tilo Pompe vom Institut für Biochemie der Universität Leipzig hat über die wissenschaftlichen Grundlagen des Projekts jetzt gemeinsam mit seinen Kollegen in dem Fachjournal „Biosensors and Bioelectronics“ berichtet.

Optische Anzeige

"Der bisherige Nachweis von Glyphosat erfolgte mit aufwendigen labordiagnostischen Methoden. Das von uns entwickelte Nachweisprinzip nutzt die natürliche Reaktion von Glyphosat in Pflanzen und ist durch diese Nachahmung des Wirkprinzips hochspezifisch“, erklärt er. An eine Chip-Oberfläche wird das entsprechende Enzym angebunden. Während des Nachweises binden elastische Hydrogel-Mikropartikel an diese Oberfläche an.

Wenn Glyphosat in der Nachweislösung ist, wird die Anbindung der Mikropartikel an die Chip-Oberfläche konzentrationsabhängig verhindert. „Durch die Nutzung der Mikropartikel-Bindung kann der Nachweis extrem sensitiv im Bereich von Pestizid-Grenzwerten für Trinkwasser durchgeführt werden“, sagt Pompe. Gleichzeitig könne die Methode als einfaches, mobiles Nachweisprinzip durch optische Ausleseverfahren in die Praxis umgesetzt werden.

Anmeldung zum Patent

Aus diesem Grund wird in dem aktuellen Forschungsprojekt mit sächsischen Firmen an der Ausarbeitung eines mobilen Auslesegeräts gearbeitet. Gleichzeitig wurde das Nachweis-Prinzip zum Patent angemeldet, und es werden aktuell Firmen für dessen Kommerzialisierung gesucht. (hp)