Dieter Zetsche ist seit dem 1. Januar 2006 Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. Bild: Daimler AG

Daimler beglich aus Versehen RWE-Flüge Zetsches

Wegen eines "Verwaltungsfehlers" hat Daimler Privatjet-Flugkosten seines Chefs Dr. Dieter Zetsche zu RWE-Aufsichtsratssitzungen zunächst übernommen.

Daimler wies gestern einen Bericht des „Manager Magazins” zurück, der Zetsche in die Nähe eines Vergehens gegen eigene Compliance-Standards rückt. Das Blatt berichtet, zwei Privatjet-Flüge für gut 36.000 € im Jahr 2011 zu Aufsichtsratssitzungen der RWE AG, neun weitere im Folgejahr sowie ein Privatflug seien als dienstlich (aus Sicht des Autobauers) abgerechnet und daher Zetsche entgegen seinem Vertrag nicht in Rechnung gestellt worden. Dies sei der Konzernrevision bei Routineprüfungen aufgefallen, danach habe RWE die Kosten übernommen – wieder vollumfänglich über ein Business-Class-Ticket hinaus, weil die Sicherheitsbehörden Zetsche in die höchste Gefährdungsstufe einordnen.

Daimler räumt zwar einen „Verwaltungsfehler” bei der Reisekostenabrechnung ein, stellt die Geschichte aber quasi umgekehrt dar. Dass der Fehler erkannt wurde, sei auf eine Anweisung Zetsches zurückzuführen, dass die Konzernrevision jährlich seine Reisekosten prüft. Zetsche selbst habe „vollkommen korrekt abgerechnet”. Das „Handelsblatt” kommentiert heute, die Neiddebatte treibe mit dem Bericht eine neue Blüte. (geo)