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26 Februar 2013 | 14:30

Die Alpenregion als Stromspeicher

Im Rahmen des Projektes Alpstore wird untersucht, in welchen Regionen welche Speicher sinnvoll einsetzbar sind., Bild: Thomas Klauer  / pixelio.de
Bild: Thomas Klauer / pixelio.de
Im Rahmen des Projektes Alpstore wird untersucht, in welchen Regionen welche Speicher sinnvoll einsetzbar sind.
In Energie- und Klimaschutzkonzepten kommt das Thema Speicher häufig zu kurz. Das Projekt Alpstore will dies ändern. Auftakt in Grafing.

In dem zu 76 % von der EU geförderten Projekt sind aus sieben Alpenanrainerstaaten insgesamt 19 Partner beteiligt. Dabei handelt es sich vorwiegend um Energieversorgungsunternehmen. Aus Deutschland sind u. a. die Allgäuer Überlandwerke (AÜW) mit im Boot.

In dem bis Ende 2014 angelegten Projekt Alpstore wird insbesondere untersucht, welche Speicher in welchen Regionen und in welchem Umfang sinnvoll einsetzbar sind. Berücksichtigung finden dabei technologische und wirtschaftliche Aspekte.

Bei der ersten Konferenz am 25. und 26. März in Grafing bei München übergab der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Gesundheit Dr. Marcel Huber den Projektverantwortlichen einen Scheck von der Landesregierung über 66 000 €.  Er wies u. a. darauf hin, dass der Klimawandel im Alpenraum drastischer verlaufe als in anderen Gebieten. Das Thema Speicher ist für Huber ein wichtiger Bestandteil der Energiewende. Die Häufigkeit der Situationen, in denen zu viel Strom im Netz vorhanden sei, nehme mit jeder Solarplatte zu, sagte Huber. Die PV-Anbieter hätten zwar das Thema Speicher zunehmend auf der Agenda, allerdings ist der Forschungsbedarf aus der Sicht des Ministers noch groß.

Dies sieht auch Ludwig Karg so. Der Geschäftsführer der Baum Consult, Projektsteuerer von Alpstore, sieht insbesondere im Bereich der Bewirtschaftung von Speichern Handlungsbedarf. „Das wird eine der größten Herausforderungen sein“, sagte er in Grafing. Laut Karg hat man bei Alpstore mehrere Technologien im Fokus. Neben Pumpspeichern, Power-to-Gas und Batteriespeichern sei auch das Thema Druckluft als Speicher etwa in Industriebetrieben eine interessante Option.

Für Karg ist es wichtig, jetzt offensiv in das Thema einzusteigen und nicht auf vermeintliche bessere Speichersysteme zu warten. Insbesondere für Energieversorger könne dies ein interessantes Geschäftsmodell abseits des Commodity-Verkaufs darstellen. Karg hat sich als Projektziel vorgenommen, einen Leitfaden zu erarbeiten, an dem sich Verantwortliche in Kommunen und kommunalen Unternehmen beim Thema Speicher orientieren können.

Professor Michael Sterner von der Uni Regensburg, einer der Ideengeber der Power-to-Gas-Technologie, beobachtet eine „gewisse Aufbruchstimmung“ rund um das Thema. Aktuell sieht er die Gasturbine als die geeignetste Technologie an, um kurzfristig Stromdefizite auszugleichen. Stromspeicher müssten wirtschaftlich und technologisch gegen diese am Markt antreten. Das aus Power-to-Gas-Anlagen gewonnene Windgas sei heute noch nicht wirtschaftlich, so Sterner. Die Kosten überstiegen diejenigen von Erdgas noch um das 10- bis 20-fache. Der Experte sieht aber eine interessante Einsatzmöglichkeit von Wind- oder Solargas im Kraftstoffsektor. Auch Sterner rät dazu, nicht länger abzuwarten. „Setzen Sie Ihr Projekt vor Ort um, dann sind Sie viel schneller, als wenn sie auf die Bundesregierung warten“, forderte er in Grafing.

Indes tritt Bundesumweltminister Peter Altmaier beim Thema Speicher auf die Bremse. Diese seien die teuerste Variante aller Flexibilitätsoptionen, sagte er kürzlich. Benötigt würden diese erst in frühestens zehn Jahren. Die Bundesregierung werde auch kein entsprechendes Förderprogramm auflegen, kündigte Altmaier an. (mn)

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