SWT-Vorstand Arndt Müller (li.) und Friedrich Marx, Vorsteher des Wasserzweckverband Birkenfeld und Bürgermeister von Idar-Oberstein, bei der Vertragsunterzeichnung
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Naturpark Westeifel: Stadtwerke Trier und Wasserzweckverband Birkenfeld kooperieren

Im neuen Verbundprojekt Westeifel sollen Erkenntnisse für eine klimaangepasste und zukunftsfähige Wasserversorgung in einer Nationalparkregion gewonnen werden.

Der Wasserzweckverband Birkenfeld und die Stadtwerke Trier haben im „Wasserwissenswerk“ in Kempfeld eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll in den nächsten zwei Jahren überprüft werden, inwieweit die im Verbundprojekt Westeifel gewonnenen Erkenntnisse für eine klimaangepasste und zukunftsfähige Wasserversorgung auf Nationalparkregion übertragbar sind. Das Umweltministerium des Landes Rheinland-Pfalz fördert die Kooperation mit 84.000 Euro.

Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken wies anlässlich der Unterzeichnung darauf hin, dass der Klimawandel aktives Handeln erfordere, damit die CO2-Belastung deutlich verringert werden könne: „Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sind mit die größten Energieverbraucher in den Kommunen. Die Werke haben daher eine besondere Verantwortung, ihre wichtigen Leistungen möglichst energie- und CO2-optimiert zu erbringen.“

Energiewende eingepreist

Neben allen Möglichkeiten der Energieeinsparung gelte es, so die Ministerin weiter, so viel wie möglich regenerative Energie zum Einsatz zu bringen. Ein herausragendes und für ganz Rheinland-Pfalz wegweisendes Projekt sei das mehrfach ausgezeichnete Verbundprojekt Westeifel der Stadtwerke Trier: „Hier wurden die Bereiche Energiewende, Klimaneutralität, Versorgungssicherheit oder die Preis- und Gebührenstabilität in einer solchen Konsequenz zusammengedacht wie bundesweit fast nirgendwo sonst.“

Verbandsvorsteher des Wasserzweckverbandes im Landkreis Birkenfeld ist Bürgermeister Friedrich Marx. Er betont, durch die topographischen Gegebenheiten in der Nationalparkregion sei man im Bereich der Trinkwasserversorgung in vielfältiger Weise auf Druckveränderungsanlagen wie Pumpstationen und Druckminderungsanlagen angewiesen. Dies sei mit einem sehr hohen Energieaufwand verbunden. Die Abwasserbeseitigung sei dezentral aufgestellt, und der hierfür erforderliche Energieaufwand belaste die ohnehin schon hohen Verbrauchsentgelte in der gesamten Wasserwirtschaft des Landkreises.

Ganzheitlicher Ansatz

Der Vorstand der Stadtwerke Trier, Arndt Müller, äußerte sich wie folgt: „Neben Qualität und Quantität wird die Klimaneutralität der Trinkwasserversorgung in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund möchten wir im Rahmen des Projekts einerseits überprüfen, inwieweit neue, zusätzliche Potenziale zur Energieerzeugung genutzt werden können. Andererseits gilt es, die vorhandene Infrastruktur unter Ausnutzung der Digitalisierung neu zu vernetzen und dadurch Mehrwert für alle Beteiligten zu schaffen.“

Mit dem „Regionalen Verbundsystem Westeifel“ wollen die Landwerke Eifel (LWE) in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Trier ihre Region ein Stück voranbringen. Kernstück des Projekts ist der Neubau einer integrierten, rund 80 Kilometer langen unterirdischen Nord-Süd-Trasse, ergänzt durch eine rund 45 Kilometer lange Ost-West-Trasse. Neben der Transportleitung für Trinkwasser werden je nach Abschnitt Leitungen verschiedener Sparten, wie Erdgas, Biogas oder Glasfasernetze, mitverlegt. (sig)