Erste Annährung in Stuttgart

Die Landeshauptstadt Stuttgart will das Wassernetz zurückkaufen, doch EnBW und Stadt hadern bei der Preisfindung. Das Gericht sieht einen Zielkorridor bei etwa 280 Mio. Euro.

Das Landgericht Stuttgart hat am Mittwoch in einem Gütetermin erstmals einen Preis für das Wassernetz in Stuttgart genannt. EnBW erwarte nun 480 Mio. Euro, die Stadt wolle 190,3 Mio. Euro bezahlen, zitiert die Stuttgarter Zeitung Richter Bernd Schendzielorz.

Zur Vorgeschichte: Stuttgart hatte das Netz 2003 an EnBW verkauft. Durch ein erfolgreiches Bürgerbegehren will die Landeshauptstadt das Netz zurückkaufen. Dafür will die Stadt 138,9 Mio. Euro aufbieten, die EnBW erwartete aber laut Zeitung in ersten Gesprächen einen Preis von 626,3 Mio. Euro. Es kam zu einer ersten Annäherung.

Das Netz gibt es nicht zum Nulltarif

Nun müssen beide Parteien weiter aufeinander zugehen: "Wir stellen uns einen Korridor von 280 bis 290 Mio. Euro für das Netz vor", zitiert die Zeitung Richter Schendzielorz. Es gebe das Netz nicht zum Nulltarif. Konflikte ergeben sich unter Umständen auch durch die Auflage der Kartellbehörden, die die Erhöhung des Wasserpreises bis 2020 festlegen. Somit sei zu eruieren, ob der Kaufpreis über die Gebühren oder aus dem Haushalt der Stadt finanziert werde. Das Gericht will am 14. Juli Antworten hören. (al)