Der Chef der Berliner Staatskanzlei, Björn Böhning (l.), und der Vorstandschef von Vattenfall Wärme Berlin, Gunther Müller, haben heute den erste Fernwärme-Smart-Meter in Berlin in Betrieb genommen – und zwar im Roten Rathaus.
Bild: Vattenfall

Erster großer Fernwärme-Smart-Meter-Rollout

Vattenfall Wärme Berlin will binnen eines Jahres 20 000 Smart Meter für das Berliner Fernwärmenetz installieren. Der Start war heute im Roten Rathaus in Berlin.

Der Betreiber des Berliner Fernwärmesystems, Vattenfall Wärme Berlin, startet als erster großer Fernwärmenetzbetreiber mit dem Rollout von intelligenten Wärmemengenzählern. Bis Jahresende will das Unternehmen rund 20 000 Einheiten installieren. Damit bekommt jeder Kunde einen Zählpunkt.

Gunther Müller, Vorstandschef der Vattenfall Wärme Berlin AG: „Ich sehe Smart Meter als Schlüssel zur intelligenten Netzsteuerung für eine klimafreundliche Berliner Fernwärme.“ Schließlich könne durch das Wissen, wie viel Wärme zu welchem Zeitpunkt benötigt werde, die Erzeugung präzisiert werden. Dies spare Brennstoffe und damit CO2.

Ein Signal alle 15 Minuten

Im Prinzip ist bei dem Smart Meter vom Berliner Unternehmen Samson ein intelligenter Wärmemengenzähler mit einer Kommunikationseinheit verbaut. Die Signale werden alle 15 Minuten aufgenommen und dann per GSM-Signal an die Leitwarte gesendet. Bei der einfachsten Form des Smart Meters werden Temperatur und Durchflussmenge gemessen. Bei einem Gerät mit Drucksensor wird zusätzlich der Druck weitergeleitet. Die höchste Entwicklungsform des Gerätes ist die Auslegung für den bidirektionalen Betrieb. Dabei kann der Kunde steuernd eingreifen. Ein Beispiel: Sinken die Temperaturen unter Null und der Kunde ist gerade mehrere Wochen verreist, kann das System auf Frost-Betrieb umgestellt werden.

Für den Kunden ergeben sich noch weitere Vorteile: Da die gelieferten Daten von Vattenfall aufbereitet werden, kann der Kunde, je nach Wunsch, die Daten monatlich, wöchentlich oder sogar täglich zugespielt bekommen – entsprechend des Servicevertrages.

Bessere Handhabe der energetischen Sanierung

Zudem bieten die Smart Meter im Wärmebereich eine Möglichkeit für eine verbesserte energetische Optimierung. Anhand der Daten kann genau gesehen werden, welche Vorteile eine Sanierung bringt. Diese Ergebnisse können dann auf andere Gebäude übertragen werden.          

Ein Smart Meter kostet etwa 500 Euro. Insgesamt investiert Vattenfall 9,3 Mio. Euro für den Rollout, Samson ist bereits im Segment der Fernwärme-Regelungstechnik aktiv. Mit dem Smart Meter geht das Unternehmen jetzt den Schritt in die Digitalisierung. (al)