Bilanzpressekonferenz Hamburg Wasser, Hamburg Energie am 18.05.2016 in Hamburg. Die Geschäftsführer Michael Beckereit und Nathalie Leroy präsentieren die Geschäftszahlen für 2015 und Hamburgs neue Abwasserautobahn. Foto: Hamburg Wasser/Ulrich Perrey
Bild: Ulrich Perrey

"Investitionsstau ist kein Thema"

Hamburg Wasser wächst um zwei Prozent. Hamburg Energie zählt bereits über 100 000 Stromkunden.

Hamburg Wasser zieht Bilanz: Mit 561,8 Mio. Euro wurde der Umsatz des Vorjahres um rund zwei Prozent übertroffen. Dabei erzielte das städtische Unternehmen einen Überschuss von insgesamt 62,4 Mio. Euro. Mit Blick voraus plant Hamburg Wasser bis 2020 rund 850 Mio. Euro Investitionen, um die Qualität der städtischen Versorgung für die Zukunft zu sichern.

Auch die Tochter Hamburg Energie präsentierte gute Zahlen: zum Stand April 2016 hat das Unternehmen 101 000 Strom- und 18 000 Gaskunden. Mit seinen Geschäftsaktivitäten erzielte Hamburg Energie 2015 einen Umsatz von rund 273 Mio. Euro. Das bedeutet ein Umsatzplus von gut zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Jahresüberschuss beträgt 835 000 Euro und fällt damit niedriger aus als geplant. Auch der Bau von regenerativen Erzeugungsanlagen geht voran: Stand heute erzeugt das Unternehmen mit 53 Anlagen gut 90 Mio. kWh Strom.

"Wir haben in Hamburg in Bezug auf Wasser und Abwasser ein sehr gutes Versorgungsniveau aufgebaut", so der Sprecher der Hamburg Wasser-Geschäftsführung, Michael Beckereit. "Anders als in vielen anderen Städten Deutschlands und Europas sind für uns Investitionsstau und marode Infrastruktur kein Thema. Das ist vor allem Ergebnis einer verantwortungsvollen und nachhaltigen Investitionsstrategie".

So konnte beispielsweise durch stetige Modernisierungsmaßnahmen die Zahl der Rohrbrüche im Trinkwassernetz seit 1995 um rund 50 Prozent gesenkt werden. Die Überläufe aus den städtischen Abwasserkanälen in die Elbe wurden seit 1982 um knapp 70, in die Alster sogar um knapp 90 Prozent reduziert.

Im Jahr 2015 hat Hamburg Wasser 2,07 Mio. Menschen in Hamburg und Umgebung mit 116,4 Mio. Kubikmetern Trinkwasser versorgt. Das entspricht etwa dem 34-fachen Inhalt der Außenalster. Der Verbrauch lag damit 0,8 Prozent über dem des Vorjahres. "Die erneut recht trockene Witterung und die Bevölkerungsentwicklung in Hamburg sind ausschlaggebend für den Anstieg des Wasserabsatzes", erklärt die Kaufmännische Geschäftsführerin Nathalie Leroy. "Der Pro-Kopf-Verbrauch der privaten Haushalte liegt stabil bei sparsamen 110 Litern am Tag."

Beim Überschuss von 62,4 Mio. Euro entfallen 27,7 Mio. Euro auf die Hamburger Wasserwerke und 34,7 Mio. Euro auf die Hamburger Stadtentwässerung. Der Überschuss der Wasserwerke wird an die Stadt Hamburg abgeführt, der Überschuss der Stadtentwässerung fließt in die Rücklagen und dient zur Finanzierung künftiger Investitionen. (al)