Bekommt Frankfurt an der Oder bald ein massives Trinkwasserproblem? Bild: Willi Wallroth/Wikipedia

Frankfurt/Oder: Sorgen um das Trinkwasser

"Die Zukunft der Wasserversorgung in Frankfurt an der Oder steht auf dem Spiel."

Dies meldet RBB-Text. Ab Herbst könnte der Sulfat-Gehalt im Trinkwasser über dem erlaubten Wert liegen, zitiert Radio Berlin-Brandenburg (RBB) den Geschäftsführer der Wasser- und Abwasser-GmbH (FWA), Gerd Weber. Grund dafür sei die Beimischung von Spreewasser zum Grundwasser, das durch den Braunkohlebergbau einen hohen Sulfatgehalt habe.

Um zu verhindern, dass die Grenzwerte künftig überschritten werden, hat die FWA einen Plan entwickelt, berichtet das RBB: Künftig soll weniger Spreewasser und mehr Grundwasser aus dem derzeit still liegenden Wasserwerk Müllrose für die Trinkwasserproduktion genutzt werden. Das koste aber mehr als 6 Mio. €, zitiert der Sender Gerd Weber. Das Wasserwerk selbst müsse ausgebaut und modernisiert werden. Zudem sei eine Leitung nach Müllrose zu bauen, damit man künftig weniger Wasser aus der Spree beimischen könne. Die Kosten dafür müsse der Bergbau tragen, gibt das RBB den Wasserversorger wieder.

Überschreitungen des Sulfat-Grenzwertes können vor allem bei empfindlichen Menschen zu Magen-Darmstörungen führen und abführend (laxierend) wirken. Dies werde vor allem bei Konzentrationen über 1000 mg/l beschrieben, so das Landesamt für Verbraucherschutz in Sachsen-Anhalt. Sulfate sind natürliche Schwefelverbindungen, die z. B. als Calciumsulfat (Gips) in der Erdkruste weit verbreitet sind. Sulfate gelangen aber auch durch den Braunkohlebergbau in Grund-und Flusswasser. (hi)